Silber Preis: 66,40 Dollar als Trendwendemarke

Silber kämpft mit der 100-Tage-Linie um die Trendwende, während sinkende US-Inflation und ein fester Ölpreis den Edelmetallpreis stützen. Analysten bleiben gespalten.

Auf einen Blick:
  • US-Inflationsrückgang treibt Silbernachfrage
  • Analysten senken durchschnittliche Preisprognose
  • Silber überwindet 200-Tage-Durchschnitt
  • Ausbruch über 66,40 Dollar entscheidend

Silber steht am Donnerstag vor einer wichtigen Hürde. Bei 66,40 US-Dollar wartet der gleitende 100-Tage-Durchschnitt. Diese Marke gilt als letzte technische Barriere für eine echte Trendwende nach einem turbulenten ersten Halbjahr.

US-Inflationsdaten treiben den Preis

Der jüngste Preissprung hat einen klaren Auslöser. Die aktuellen US-Inflationsdaten zeigen eine deutliche Abkühlung der Teuerung. Das nährt die Hoffnung, dass die Federal Reserve ihr Zwei-Prozent-Ziel erreicht.

Das Währungspaar XAG/USD notierte zuletzt bei rund 65,53 US-Dollar. Im Tagesverlauf erreichte es sogar 66,80 US-Dollar. Sinkende Inflation nimmt Druck von der Zinspolitik. Das kommt unverzinsten Anlagen wie Silber direkt zugute.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Der Ölpreis näherte sich der Marke von 90 US-Dollar. Das stärkt die Nachfrage nach Silber als Absicherung gegen verbleibende Inflationsrisiken. Marktbeobachter sehen die aktuelle Positionierung der Händler vor allem durch die Hoffnung auf lockerere Geldpolitik getrieben.

Analysten uneins über Jahresverlauf

Bei der langfristigen Einschätzung gehen die Meinungen weit auseinander. Eine Reuters-Umfrage senkte die durchschnittliche Preisprognose für 2026 auf 71,90 US-Dollar. Zuvor hatten Analysten noch 78 US-Dollar erwartet.

Als Grund nennen die Experten eine schwächere Industrieaktivität. Auch die Nachfrage aus dem Photovoltaik-Sektor fällt moderater aus als gedacht.

RBC Capital Markets sieht das deutlich optimistischer. Die Bank rechnet für 2026 mit einem Durchschnittspreis von 77,48 US-Dollar je Unze. Für die zweite Jahreshälfte erwartet RBC ein Preisplus von etwa 22 Prozent. Die Produktionsprognose für das laufende Jahr liegt bei 44,7 Millionen Unzen Silber.

Charttechnik zeigt erste bullische Signale

Charttechnisch hat Silber bereits einiges erreicht. Der Kurs überschritt den 200-Tage-Durchschnitt bei 65,43 US-Dollar. Das ist ein erstes bullisches Signal. Diese Marke dient nun als dynamische Unterstützung nach unten.

Der Relative-Stärke-Index zeigt eine neutrale bis leicht bullische Tendenz. Er bewegt sich allerdings Richtung überkaufter Zone. Kurzfristige Konsolidierungen sind deshalb möglich.

Scheitert der Ausbruch über 66,40 US-Dollar auf Tagesschlussbasis, rücken tiefere Marken ins Blickfeld. Die erste Unterstützung liegt beim Juli-Hoch von 63,28 US-Dollar. Darunter wartet die psychologische Marke von 60,00 US-Dollar. Gelingt der Ausbruch dagegen, öffnet sich der Weg bis 75,00 US-Dollar.

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