Silber testet die Marke von 55 US-Dollar. Normalerweise gilt das Edelmetall in Kriegszeiten als sicherer Hafen. Diesmal drücken Öl- und Dollarpreis den Kurs trotz Eskalation im Nahen Osten nach unten.
Geopolitische Eskalation belastet statt stützt
Am Wochenende griffen die USA Ziele im Iran an. Der Iran reagierte mit Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region. Die Sorte Brent kletterte daraufhin auf über 90 US-Dollar pro Barrel.
Normalerweise würde diese Unsicherheit Käufer in Edelmetalle treiben. Diesmal überlagert ein anderer Effekt die Flucht in sichere Häfen: steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen. Das stützt den US-Dollar – und belastet Silber im Gegenzug.
Fed-Kurs und starker Dollar drücken den Kurs
Die US-Notenbank unter Kevin Warsh dürfte die Zinsen bei der Sitzung Ende Juli unverändert lassen. Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf sind aber gestiegen. Das treibt den Dollar und die Anleiherenditen nach oben.
Ein fester Dollar verteuert Silber für Käufer außerhalb der USA. Hinzu kommt: Silber wirft keine Zinsen ab. Steigen die Anleiherenditen, verliert das Edelmetall an Attraktivität gegenüber verzinsten Anlagen.
Der Silberpreis notiert derzeit rund 24 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das zeigt, wie stark der mittelfristige Trend gedreht hat. Der RSI-Wert von 34,6 signalisiert zudem eine überverkaufte Lage – ein Hinweis auf mögliches Erholungspotenzial.
Strukturelles Angebotsdefizit bleibt bestehen
Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt die Angebotsseite angespannt. Analysten erwarten für 2026 das sechste Jahr in Folge mit einem globalen Silberdefizit. Die Lücke zwischen Produktion und Nachfrage soll rund 46,3 Millionen Unzen betragen.
Nachfrage aus Photovoltaik und Elektronik stützt weiterhin den Markt. Analysten von Metals Focus weisen aber auf Effizienzsteigerungen und Materialeinsparungen in der Industrie hin. Das könnte das Nachfragewachstum im Vergleich zu den Vorjahren bremsen.
Markteinordnung
Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Silber notiert unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20, 50 und 200 Tage. Die Stabilisierung um 55 US-Dollar gilt als Test, ob diese Unterstützung hält.
Verliert die Lage im Nahen Osten an Schärfe oder korrigiert der Dollar, könnte Silber wieder von seinem Angebotsdefizit profitieren. Bis dahin bleibt der Kurs stark von den Entwicklungen bei Zinsen und Geopolitik abhängig.
Silber-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber-Analyse vom 21. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Silber-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 21. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
