Silber Preis: 22-Prozent-Crash im Juni

Der Silberpreis bricht im Juni um fast 22 Prozent ein. Steigende US-Inflation und Zinserwartungen belasten das Edelmetall schwer.

Auf einen Blick:
  • Monatsverlust von fast 22 Prozent
  • Preis fällt auf knapp 59 Dollar
  • Inflation und Zinsangst als Auslöser
  • Angebotsdefizit von 67 Millionen Unzen

Geopolitische Krisen treiben Edelmetalle normalerweise nach oben. Bei Silber passiert derzeit das genaue Gegenteil. Der Preis stürzt ab. Ein massiver Monatsverlust schockiert die Anleger.

Im Juni brach der Silberpreis um fast 22 Prozent ein. Die Feinunze kostet am Dienstag knapp 59 US-Dollar. Damit hat das Metall seit seinem Rekordhoch im Januar massiv an Wert verloren. Der Abschlag beträgt erschreckende 42 Prozent. Langfristig investierte Anleger verbuchen auf Jahressicht dennoch einen soliden Gewinn.

Inflation drückt den Kurs

Der Auslöser für den Preisverfall liegt im Nahen Osten. Die teilweise Sperrung der Straße von Hormuz verteuert das Öl. Das heizt die amerikanische Inflation massiv an. Die Teuerungsrate kletterte zuletzt auf 4,2 Prozent.

Die US-Notenbank muss auf diese Entwicklung reagieren. Fed-Chef Kevin Warsh betonte jüngst die anhaltenden Inflationsrisiken. Händler preisen nun eine Zinserhöhung im Dezember ein. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt laut Marktdaten bei 89 Prozent.

Die Folge: Steigende Zinsen machen Edelmetalle unattraktiv. Sie werfen keine laufenden Erträge ab. Anleger schichten ihr Kapital deshalb in festverzinsliche Papiere um.

Diese Schwäche zeigt sich auch im direkten Vergleich. Silber hinkt Gold seit dem Ausbruch des Iran-Krieges deutlich hinterher. Das Gold-Silber-Ratio kletterte am Dienstag auf knapp 69. Käufer benötigen also 69 Unzen Silber für dieselbe Menge Gold.

Angebotsdefizit stützt den Markt

Trotz des aktuellen Preisdrucks bleibt die fundamentale Lage angespannt. Experten prognostizieren für 2026 ein Angebotsdefizit von 67 Millionen Unzen. Minenbetreiber können die Produktion kurzfristig kaum ausweiten. Silber fällt meist nur als Nebenprodukt bei der Kupfer- oder Zinkförderung an.

Die nächsten Tage bringen wichtige Richtungsentscheidungen. Die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten und der Einkaufsmanagerindex liefern neue Argumente für die Notenbank. Parallel dazu bestimmen die Friedensgespräche in Doha den Ölpreis. Ein Durchbruch in Katar würde die Inflationssorgen dämpfen und Silber entlasten.

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