Silber schwankt am Freitag zwischen Verlust und Rekordlaune. Der Kurs startet schwach bei 63,50 US-Dollar je Feinunze. Im Tagesverlauf dreht der Preis und springt auf 65,58 Dollar – ein Plus von 1,71 Prozent. Auslöser der Sprünge sind neue Signale zur US-Geldpolitik.
Schwache Inflationsdaten schüren Zinshoffnungen
Diese Woche veröffentlichte Inflationsdaten fallen schwächer aus als erwartet. Das dämpft die Erwartung einer Zinserhöhung im September deutlich. Laut CME-FedWatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine unveränderte Zinspolitik im September bei 69,4 Prozent. Nur noch 30,6 Prozent der Ökonomen rechnen mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte.
Vor einem Monat sah das Bild komplett anders aus. Nur 42 Prozent der Ökonomen rechneten damals mit einer Nullrunde.
50 Prozent gingen von einer Erhöhung um 25 Basispunkte aus. Eine kleine Minderheit erwartete sogar einen Schritt um 50 Basispunkte.
Bereits am Donnerstag deutete sich der Trend an. Die Kernverbraucherpreise stiegen im Juli um 0,2 Prozent zum Vormonat. Im Jahresvergleich legten sie um 2,5 Prozent zu.
Gewinnmitnahmen bremsen die Erholung
Trotz der freundlichen Zinsaussichten gerät Silber am Freitagmorgen zunächst unter Druck. Der Kurs weitet seine Verluste am zweiten Tag in Folge aus. Während der asiatischen Handelsstunden fällt der Preis auf rund 63,50 US-Dollar je Feinunze.
Anleger nehmen an dieser Stelle Gewinne mit. Sie wägen den geldpolitischen Kurs der Fed gegen die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten ab.
Die Marktteilnehmer blicken bereits auf weitere Daten. Nach den schwachen Inflationsberichten richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die US-Einzelhandelsumsätze für Juli.
Gold-Silber-Verhältnis zeigt relative Stärke
Das Gold-Silber-Verhältnis zeigt, wie teuer Gold im Vergleich zu Silber ist. Es fällt am Freitag leicht auf 67,22, nach 67,50 am Donnerstag. Ein sinkendes Verhältnis bedeutet: Silber gewinnt gegenüber Gold an Stärke.
Seit Jahresbeginn bleibt die Bilanz für Silber trotzdem negativ. Der Preis ist seit Januar um 8,90 Prozent gefallen. Diese Entwicklung folgt auf den scharfen Einbruch nach dem Rekordhoch zu Jahresbeginn.
Geopolitische Risiken bleiben im Hintergrund
Neben der Zinsdebatte spielt die Geopolitik weiterhin eine Rolle. Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt angespannt. Das belastet die Stimmung zusätzlich zur Zinspolitik.
Silber wirft keine laufenden Zinserträge ab. Das macht das Metall grundsätzlich empfindlich für Zinsänderungen. Geopolitische Unsicherheit oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Preis dagegen nach oben treiben. Als sicherer Hafen profitiert Silber gerade in solchen Phasen.
Die nächsten US-Einzelhandelsumsätze für Juli dürften die Richtung vorgeben. Fallen die Zahlen schwach aus, dürfte das die Zinssenkungshoffnungen weiter stützen. Ein überraschend starker Bericht könnte dagegen neue Gewinnmitnahmen auslösen.
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