Silber klettert am Montag auf 58,38 US-Dollar je Feinunze. Das ist ein Plus von 1,37 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss bei 57,59 Dollar. Die Erholung vom Wochenauftakt setzt sich damit fort.
Gold-Silber-Ratio fällt weiter
Ein wichtiger Indikator zeigt: Silber gewinnt gegenüber Gold an relativer Stärke. Das Gold/Silber-Verhältnis fiel von 70,19 am Freitag auf 69,56 am Montag. Die Kennzahl misst, wie viele Unzen Silber eine Unze Gold wert ist.
Ein sinkendes Verhältnis gilt unter Marktbeobachtern als Signal. Es deutet oft an, dass Silber im Vergleich zu Gold aufholt. Bereits am Samstag hatte Silber bei 58,26 Dollar gelegen, ein Tagesplus von 1,10 Prozent.
Trotz Tagesgewinn: Jahresbilanz bleibt gemischt
Der kurzfristige Aufschwung täuscht über die längerfristige Volatilität hinweg. Seit Jahresbeginn steht Silber mit 17,88 Prozent im Minus. Über den vergangenen Monat verlor das Metall 6,10 Prozent.
Im Jahresvergleich zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Silber liegt aktuell 55,68 Prozent höher als vor zwölf Monaten. Diese Schwankungsbreite verdeutlicht, wie turbulent das laufende Jahr für das Edelmetall verlief.
Fed-Dissens sorgt für Unruhe
Die aktuelle Bewegung hat einen konkreten Auslöser. Präsident Trump kündigte an, die Friedensgespräche mit dem Iran wieder aufzunehmen. Das drückte die Ölpreise und dämpfte Inflationssorgen an den Märkten.
Nach Trumps Angaben drängten wichtige Verbündete im Nahen Osten, darunter Saudi-Arabien, auf eine diplomatische Lösung. Geplante Angriffe sollen ausgesetzt werden. Trump beharrt aber weiter auf einer raschen Öffnung der Straße von Hormuz.
Auf der geldpolitischen Seite bleibt die Lage angespannt. Die Fed ließ die Leitzinsen vergangene Woche unverändert. Drei Notenbanker stimmten dagegen und forderten stattdessen eine Anhebung um 25 Basispunkte.
Cleveland-Fed-Chefin Beth Hammack, Minneapolis-Fed-Chef Neel Kashkari und Dallas-Fed-Chefin Lorie Logan votierten geschlossen für höhere Zinsen. Das gab es zuletzt im September 2016 nicht mehr. Die drei Dissenter warnen: Zu langes Zögern könnte später eine noch schärfere Straffung erzwingen.
Die Märkte reagieren entsprechend nervös. Aktuell preisen sie eine Wahrscheinlichkeit von rund 68 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein. Silber zahlt keine Zinsen und reagiert deshalb besonders sensibel auf solche Signale. Sinken die Zinsen, steigt der Preis tendenziell. Ein schwächerer Dollar wirkt zusätzlich unterstützend.
Angebot bleibt strukturell knapp
Neben der Geldpolitik bleibt die Angebotsseite ein Dauerthema. Silber wird deutlich häufiger gefördert als Gold, meist aber nicht in eigenen Minen. Stattdessen fällt es als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Rohstoffe an.
Das macht die Förderung unelastisch. Steigt die Nachfrage, lässt sich das Angebot kaum kurzfristig erhöhen. Diese Knappheit trifft nun auf geldpolitische Unsicherheit – eine Kombination, die den Silbermarkt in den kommenden Handelstagen volatil halten dürfte.
Anleger richten den Blick nun auf zwei Punkte: die weitere Entwicklung des Gold-Silber-Verhältnisses und mögliche neue Signale der Fed vor der Sitzung im September.
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