Der Silbermarkt steht am heutigen Freitag vor einer massiven technischen Hürde. Durch die jährliche Neugewichtung großer Rohstoffindizes fließen kurzfristig Milliardenbeträge aus dem Sektor ab. Diese mechanischen Verkäufe treffen auf ein makroökonomisches Umfeld, das durch einen erstarkenden US-Dollar ohnehin belastet ist.
Technischer Verkaufsdruck dominiert
Das zentrale Thema des Handelstages ist das sogenannte „Rebalancing“. Analysen der Saxo Bank zufolge löst diese Anpassung allein bei Gold und Silber ein Verkaufsvolumen von schätzungsweise 6 bis 7 Milliarden US-Dollar aus. Da diese Transaktionen erfolgen müssen, um die neuen Index-Gewichtungen abzubilden, geschehen sie weitgehend preisunabhängig.
Die Folgen für den Markt sind spürbar:
* Mechanischer Zwang: ETFs, die Indizes wie den Bloomberg Commodity Index abbilden, stoßen Bestände ab, ungeachtet der aktuellen Charttechnik.
* Abkopplung: Der Preisdruck resultiert nicht aus einer schwächeren Industrienachfrage, sondern aus reinen Geldflüssen.
* Absorptionsphase: Der Markt muss diese massiven Volumina erst verarbeiten, was kurzfristig die Volatilität erhöht.
Gegenwind von der Währungsseite
Zusätzlich zu den Abflüssen aus den Index-Fonds drückt der US-Dollar auf die Stimmung. Die US-Währung notiert nahe eines Ein-Monats-Hochs, gestützt durch robuste Arbeitsmarktdaten. Dies macht Silber für Investoren außerhalb des Dollarraums teurer.
Marktteilnehmer preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von fast 90 Prozent ein, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen beim nächsten Treffen unverändert lässt. Diese „Higher-for-Longer“-Perspektive mindert die Attraktivität zinsloser Anlagen. Der Silberpreis notiert aktuell bei 77,67 USD und hat sich damit bereits vom 52-Wochen-Hoch bei 81,66 USD distanziert.
Silber (USD/Unze) Chart
Chartbild trübt sich ein
Die Kombination aus technischem Verkaufsdruck und starkem Dollar hinterlässt Spuren im Chart. Analysten warnen vor einer möglichen „Double Top“-Formation im Bereich der jüngsten Hochs. Sollte der Kurs nachhaltig unter wichtige Unterstützungszonen rutschen, könnte dies den Weg in Richtung der 70-Dollar-Marke ebnen.
Kurzfristig diktieren die technischen Flüsse das Geschehen. Solange der Markt die Milliarden-Verkäufe der Index-Fonds nicht vollständig absorbiert hat und die Unsicherheit über die US-Zinspolitik anhält, müssen sich Anleger auf weitere Preisschwankungen einstellen.
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