Die Edelmetalle Gold und Silber haben in den vergangenen Tagen deutlich an Wert verloren. Gold rutschte auf rund 4.500 Dollar ab, während Silber seine 50-Tage-Linie nach unten durchbrach. Auslöser der Schwäche sind veränderte Zinserwartungen, nachdem mehrere Zentralbanken ihre Haltung angesichts steigender Inflationssorgen angepasst haben.
Der Konflikt zwischen den USA und Iran hatte zunächst die Preise für Rohöl und andere Energieprodukte nach oben getrieben. Dies führte zu einem raschen Anstieg der Inflationserwartungen. Während Investoren bei militärischen Konflikten traditionell in Edelmetalle flüchten, blieb dieser Effekt diesmal weitgehend aus. Die Märkte konzentrierten sich stattdessen auf die steigenden Ölpreise und deren Folgen.
Zentralbanken schwenken auf Zinserhöhungen um
Mit Ausnahme der Bank of Japan und der Reserve Bank of Australia hatten die meisten Notenbanken zuvor Zinssenkungen oder Zinspausen signalisiert. Die jüngsten Pressekonferenzen zeigten jedoch eine deutliche Verschiebung. Viele Zentralbankchefs stellten nun Zinserhöhungen in Aussicht, was den Edelmetallen zusätzlich zusetzt.
Analyst Elior Manier weist darauf hin, dass diese Entwicklung die gesamte Metallbranche belastet. Wenn die fundamentalen Rahmenbedingungen sich unerwartet ändern und Investoren nicht die erwartete Marktreaktion sehen, könne dies zu erheblichen Mittelabflüssen aus der Anlageklasse führen. Die Daten zeigen, dass Edelmetalle, Aktien und Anleihen gleichermaßen unter Druck gerieten.
Gold/US-Dollar Chart
Technische Marken entscheiden über weiteren Verlauf
Für Gold liegt die entscheidende Unterstützungszone bei 4.400 bis 4.500 Dollar, die bereits im Februar als wichtige Barriere diente. Ein Erholungsversuch am Donnerstag scheiterte, was auf einen erneuten Test der Tiefs bei 4.500 Dollar hindeutete. Sollte diese Marke nicht halten, dürfte Gold zunächst die Februar-Tiefs bei 4.395 Dollar anlaufen. Darunter finden sich erst bei 4.100 Dollar und später bei 3.500 Dollar nennenswerte Unterstützungen.
Silber/US-Dollar Chart
Bei Silber zeigt sich ein ähnliches Bild. Seit dem Bruch der 50-Tage-Linie entwickelt sich der Kurs entschieden schwach. Die Februar-Tiefs bei 64 Dollar könnten nun getestet werden. Ein Durchbruch würde den Weg in Richtung 55 bis 57 Dollar öffnen, wo die 200-Tage-Linie verläuft.
Investoren stehen vor der Frage, wie nachhaltig die Zinswende ausfallen wird und welche Rolle Edelmetalle künftig im Portfolio spielen können. Die kommenden Handelstage dürften zeigen, ob die aktuellen Kursniveaus Käufer anlocken oder weitere Verkaufswellen auslösen.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 22. März liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
