Mit gezielten Eingriffen in die Produktpalette und fortlaufenden Aktienrückkäufen stellt Siemens Healthineers die Weichen für das anstehende Jahresende. Der Medizintechnikkonzern trennt sich von margenschwächeren Standardbereichen und bündelt seine Ressourcen dort, wo therapeutische Eingriffe und Bildgebung ineinandergreifen.
Portfoliobereinigung im Bereich der Ultraschalltechnik
Das Unternehmen stellte am 12. Oktober den Vertrieb allgemeiner Ultraschallsysteme ein. Betroffen von diesem Schritt sind die etablierten Modellreihen Acuson Sequoia, Redwood, Juniper sowie Maple. Künftig richtet der Konzern dieses Segment gezielt auf die interventionelle Bildgebung und bildgestützte Therapien aus. Interventionelle Systeme verbleiben im Sortiment, ebenso wie zugehörige Software und Angebote im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Für die bestehende Kundschaft soll der Wechsel ohne Einschränkungen verlaufen. Das Unternehmen kündigte an, Service und Unterstützung für die bereits installierten Basisgeräte uneingeschränkt fortzuführen. Medienberichten zufolge löste die Konzentration auf technologisch anspruchsvollere Therapiefelder am Markt zwischenzeitlich positive Reaktionen aus, da der Verzicht auf das breite Volumengeschäft die operative Marge stützen soll.
Rückkaufprogramm und Reaktionen der Analysehäuser
Flankiert wird die strategische Justierung von anhaltenden Kapitalmaßnahmen. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufs erwarb das Unternehmen im Zeitraum vom 5. bis einschließlich 11. Oktober weitere 50.000 eigene Papiere. Damit summierte sich das Volumen seit dem Start des Programms am 1. Juni bis zum 11. Oktober auf insgesamt 3.474.346 zurückgekaufte Anteile.
Auf Analystenseite sorgten die jüngsten Schritte für differenzierte Bewertungen. ODDO BHF senkte am 12. Oktober das Kursziel für die Aktie von 47 auf 45 Euro, hielt jedoch an der Einstufung „Outperform“ fest.
Demgegenüber hob das Analysehaus RBC das Kursziel an, nachdem die Markteinführung des Strahlentherapiesystems Accela zusätzliches Potenzial signalisiert hatte. An der Börse beendete das Papier den Handel am Freitag bei 41,03 Euro und notiert damit 7,8 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 38,07 Euro.
Weichenstellung für die Bilanzvorlage
Für die Marktteilnehmer rückt nun der offizielle Abschluss des Geschäftsjahres 2026 in den Mittelpunkt. Am 5. November veröffentlicht der Vorstand die Geschäftszahlen für das vierte Quartal und lädt zur Bilanzpressekonferenz sowie einer Analystenkonferenz ein.
Direkt im Anschluss folgt am 6. November eine Roadshow für US-Investoren, die im Online-Format abgehalten wird. Dort wird sich zeigen, wie sich die Neuausrichtung in den Finanzkennzahlen des abgelaufenen Turnus niederschlägt.
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