Starkes Quartal, schwächerer Ausblick: Siemens Healthineers hat im vierten Geschäftsquartal die Umsatzerwartungen übertroffen, zeichnet für das neue Geschäftsjahr aber ein vorsichtigeres Bild als der Markt. Obendrein plant der Konzern ein weiteres Sparprogramm, um die Kosten des anstehenden Umbaus aufzufangen.
Imaging trägt das Quartal
Der vergleichbare Umsatz wuchs im Schlussquartal um 5,9 Prozent, Analysten hatten mit 5,5 Prozent gerechnet. Der Erlös erreichte 6,78 Milliarden Euro. Den Unterschied machte die Bildgebung: Sie legte um 10,0 Prozent zu, erwartet worden waren 7,5 Prozent. Die Diagnostik schrumpfte um 4,2 Prozent, fiel damit aber etwas weniger schwach aus als befürchtet.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,69 Euro auf Vorjahresniveau. Die bereinigte EBIT-Marge sank von 17,4 auf 15,9 Prozent. Belastet wurde sie durch Rückstellungen für rechtliche und produktbezogene Risiken in der Bildgebung sowie durch Währungseffekte. Das Verhältnis von Aufträgen zu Umsatz im Gerätegeschäft lag bei 1,15, ein Hinweis auf kräftigen Auftragseingang.
Ausblick unter Konsens
Für das Geschäftsjahr 2027 peilt das Management ein vergleichbares Umsatzplus von 4,0 bis 5,0 Prozent an. Der Mittelwert von 4,5 Prozent liegt klar unter den 5,6 Prozent, die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt der Konzern 2,20 bis 2,40 Euro in Aussicht, die Konsensschätzung lag bei 2,37 Euro.
Als Gründe nennt das Unternehmen Inflationskosten, die Normalisierung der Steuerquote und Trennungskosten. CEO Bernd Montag sprach von einer „nächsten Phase“ mit veränderter Aktionärsstruktur und größerer Klarheit im Konzern.
„Transform4 Future“ ab 2028
Die Belastungen aus der geplanten Abspaltung der Diagnostik, der Trennung vom bisherigen Mutterkonzern Siemens und der Neuausrichtung des Ultraschallgeschäfts beziffert Siemens Healthineers auf mehr als 300 Millionen Euro. Das neue Programm „Transform4 Future“ soll diese Kosten mit Maßnahmen zwischen 2028 und 2030 senken. Details nannte Finanzvorstand Jochen Schmitz in der Analystenkonferenz zunächst nicht.
Bereits laufend ist ein Sparprogramm über 200 Millionen Euro, das die US-Zölle teilweise abfedern soll. Die Entlastung kommt also gestaffelt: Kurzfristig drücken Trennungskosten und Inflation auf die Ergebnisse, die zusätzlichen Einsparungen greifen erst ab 2028. Konkrete Maßnahmen dürften die Investoren in den kommenden Monaten einfordern.
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