Konkurrent Philips hat seine Renditeprognose angehoben und liefert damit ausgerechnet in der Woche vor den eigenen Zahlen einen Vergleichswert, an dem sich Siemens Healthineers messen lassen muss. Der niederländische Medizintechnikkonzern profitiert von der Rückzahlung unrechtmäßig erhobener US-Zölle und rechnet nun mit einer bereinigten Marge von 13,5 bis 14,0 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als zuvor in Aussicht gestellt.
Was der Philips-Ausblick für Healthineers bedeutet
Bereinigt um den Zolleffekt gab die operative Marge von Philips im zweiten Quartal leicht nach, lag aber über den Erwartungen der Analysten. Vorstandschef Roy Jakobs verwies auf ein starkes Auftragswachstum in Europa, warnte jedoch vor verschobenen Großaufträgen im Bereich Connected Care. Auch Kostendruck durch Fracht, Energie und eine angespannte Heliumversorgung – verschärft durch ein zeitweiliges chinesisches Exportverbot und die gesperrte Straße von Hormus – belastet die Branche insgesamt.
Für Siemens Healthineers ist das relevant, weil beide Unternehmen um dieselben Krankenhausbudgets konkurrieren und ähnlichen Kostenfaktoren ausgesetzt sind. Am Freitag legt Healthineers eigene Quartalszahlen vor – der Philips-Ausblick liefert damit einen direkten Referenzpunkt für die Erwartungshaltung am Markt.
Rückkäufe laufen zu niedrigeren Kursen weiter
Parallel dazu setzt Healthineers das laufende Aktienrückkaufprogramm fort. In der Woche vom 20. bis 26. Juli erwarb das Unternehmen 78.345 eigene Aktien zu Durchschnittskursen zwischen 33,9979 und 35,2360 Euro. Seit Programmstart Anfang Juni kommen damit insgesamt 2.676.093 zurückgekaufte Aktien zusammen.
Die Kaufkurse der vergangenen Woche liegen unter dem Niveau vom Programmbeginn – ein Hinweis darauf, dass das Rückkaufvolumen bislang auch in schwächere Kursphasen hineingelaufen ist. Kurzzeitig etwas Auftrieb gab zuletzt eine neue Kooperation mit dem US-Klinikbetreiber Vanderbilt Health im Umfang von 87 Millionen Dollar zur Modernisierung von Bildgebungs- und Strahlentherapietechnik.
Die Quartalszahlen am Freitag dürften zeigen, ob Healthineers die Kostenbelastungen ähnlich abfedern kann wie Philips – oder ob der Vorsprung des niederländischen Rivalen bei der Margenentwicklung größer wird.
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