Siemens Healthineers baut seine Präsenz in der US-amerikanischen Krebstherapie weiter aus. Gestern vereinbarte der Medizintechnikkonzern eine Co-Marketing-Partnerschaft mit Mureva Phototherapy. Ziel der Zusammenarbeit ist der erweiterte Zugang zu einem intraoralen Phototherapiegerät gegen strahleninduzierte orale Mukositis.
Zulassung und klinische Studiendaten
Die schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut gilt als schwere Begleiterscheinung bei der Bestrahlung von Kopf-Hals-Tumoren. Das System von Mureva ist das erste von der US-Zulassungsbehörde FDA autorisierte intraorale Gerät für diese Indikation. Nach dem Status als Durchbruchtechnologie erhielt die Lösung 2025 die FDA-De-Novo-Freigabe als Klasse-II-Gerät.
Die Zulassung basiert auf einer randomisierten und doppelblinden Untersuchung gegen eine Scheinbehandlung. In dieser Studie reduzierte die Methode das Auftreten schwerer Schleimhautentzündungen während der Strahlentherapie signifikant. Zudem traten keine durch das Gerät bedingten unerwünschten Ereignisse auf.
Leitlinien internationaler Fachgesellschaften wie MASCC und ISOO empfehlen die intraorale Photobiomodulation bereits zur Prävention bei entsprechenden Krebsbestrahlungen. Die Anwendung erfolgt über zwei flexible Mundstücke und beansprucht zehn Minuten Behandlungszeit. Für Kliniken ist zudem die Integration in bestehende ARIA-Workflows vorgesehen.
Globale Reichweite und klinischer Ausbau
Für Siemens Healthineers ergänzt die Kooperation das Angebot in der Onkologie. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von rund 23,4 Milliarden Euro. Mit etwa 74.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen in mehr als 180 Ländern aktiv.
Gleichzeitig baut das Unternehmen den Einsatz moderner bildgebender Systeme international aus. In den Vereinigten Arabischen Emiraten nahm die Klinikgruppe Burjeel Holdings neue Katheterlabore in Abu Dhabi und Sharjah in Betrieb.
Dort nutzt der Betreiber die Plattform ARTIS icono.vision von Siemens Healthineers für minimalinvasive Eingriffe in der Kardiologie und Gefäßchirurgie. Die integrierte Bildanalyse reduziert das Hintergrundrauschen in Echtzeit und senkt die benötigte Strahlendosis.
Herausforderungen und Einordnung am Aktienmarkt
Trotz der operativen Partnerschaften steht das Unternehmen vor strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen die laufende Restrukturierung in der Diagnostiksparte sowie Zollrisiken in den Bereichen Bildgebung und Advanced Therapies.
Am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger zuletzt wieder zuversichtlicher. Am Freitag stieg das Papier um 2,0 Prozent auf einen Schlusskurs von 37,89 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie jedoch ein Minus von 16 Prozent. Neue Allianzen in der Krebstherapie verdeutlichen die Bestrebungen, bestehende Behandlungsabläufe durch gezielte Ergänzungen im Klinikalltag zu stärken.
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