Die Erwartungen an den Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers richten sich wenige Wochen vor dem Ende des Berichtsjahres verstärkt auf das Kerngeschäft mit der Bildgebung.
Während der Aktienkurs am heutigen Mittwoch um 1,5 Prozent auf 38,50 Euro zulegte, steht seit Jahresanfang noch ein Minus von 14 Prozent zu Buche. Am Markt stellt sich damit die Frage, ob das Imaging-Segment die erhoffte Dynamik liefern kann, um bestehende Profitabilitätsbedenken vor dem anstehenden Geschäftsbericht auszugleichen.
Analysten blicken auf Dynamik und Profitabilität
Analyst Julien Dormois vom Analysehaus Jefferies stufte die Aktie am 30. September mit „Buy“ und einem Kursziel von 50 Euro ein. Er verwies dabei insbesondere auf eine mögliche Dynamik im Imaging-Geschäft während des Schlussquartals sowie auf die Bedeutung der anstehenden Bilanz.
Dagegen mahnte Deutsche Bank Research zur Zurückhaltung. Analyst Falko Friedrichs beließ die Einstufung am Montag auf „Hold“ mit einem Kursziel von 39 Euro. Zwar stellte Friedrichs ein solides Umsatzwachstum in Aussicht, rechnete zugleich jedoch mit einer schwachen Profitabilität. Im Fokus der kommenden Berichterstattung stehe vor allem die Prognose für das Geschäftsjahr 2027.
Damit prallen vor dem Geschäftsjahresende zwei Perspektiven aufeinander: Während Optimisten auf die Zugkraft technischer Neuerungen in der Diagnostik setzen, dämpfen Margensorgen die Erwartungen an den Gesamtertrag.
Produktneuheiten und klinische Anwendungen
Operativ setzt das Unternehmen auf Innovationen in verschiedenen Sparten. So stellte Siemens Healthineers Ende September die Strahlentherapie-Lösung Accela vor, die auf der NeoArc-Technologie basiert. Das System soll Mehrziel-SBRT-Behandlungen innerhalb von 60 Sekunden ermöglichen. Die notwendige 510(k)-Zulassung steht allerdings noch aus, sodass die Lösung bislang in keinem Markt erhältlich ist.
In der klinischen Praxis vermeldete der Konzern zudem den Einsatz des Computertomographen NAEOTOM Alpha.Peak am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, wo das Gerät zur detaillierten Darstellung neurovaskulärer Strukturen genutzt wird.
Parallel dazu startete das Unternehmen die weltweite Markteinführung des Gerinnungstests INNOVANCE D-Dimer 2.0. Dieser Bluttest zur Abklärung von Gerinnungsstörungen verfügt bereits über die CE-Kennzeichnung sowie die Freigabe nach dem FDA-510(k)-Verfahren.
Fokus auf den 5. November
Flankiert wurde das operative Geschäft zuletzt durch fortlaufende Transaktionen am Kapitalmarkt: Bis Anfang Oktober summierten sich die im Rahmen des Rückkaufprogramms seit Juni erworbenen Papiere auf insgesamt 3.424.346 eigene Aktien.
Klarheit über die tatsächliche Geschäftsentwicklung im abgelaufenen vierten Quartal erhalten Anleger am 5. November 2026. An diesem Tag veröffentlicht Siemens Healthineers die detaillierten Geschäftszahlen und lädt zur begleitenden Analystenkonferenz ein. Neben den erreichten Margen im Schlussquartal dürfte dort insbesondere der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 über den weiteren Kursverlauf entscheiden.
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