Mit dem anstehenden Fachkongress Eurospine in Göteborg richtet sich die Aufmerksamkeit bei Siemens Healthineers auf das operative Geschäft. Für das Medizintechnikunternehmen bietet das Treffen eine Plattform, um den Austausch mit Fachleuten zu intensivieren und die Positionierung im Bereich moderner Behandlungsansätze zu unterstreichen.
Produktfortschritte und Kooperationen
Die Fachveranstaltung findet vom 7. bis 9. Oktober in Schweden statt. Vor gut einer Woche stellte Siemens Healthineers bereits die Strahlentherapie-Plattform Accela vor. Die auf NeoArc basierende Lösung soll unter anderem stereotaktische Bestrahlungen an mehreren Stellen in bis zu 60 Sekunden ermöglichen.
Ergänzend zu den Fortschritten in der Strahlentherapie baut das Unternehmen medizinische Partnerschaften aus. Am 21. September vereinbarten Siemens Healthineers und Novo eine Zusammenarbeit zu den Lebererkrankungen MASLD und MASH. Im Mittelpunkt stehen dabei eine frühere Abklärung von Risiken sowie ein verbesserter Zugang zu nicht-invasiven Bluttests.
Für den Konzern sind derartige Kooperationen und Systemvorstellungen wesentliche Bausteine, um das Angebot an Diagnostik und bildgebenden Verfahren enger mit therapeutischen Anwendungen zu verknüpfen. Das Management setzt darauf, über technologische Differenzierung die Marktanteile in klinischen Kernbereichen abzusichern.
Analysten sehen Potenzial trotz Kursdelle
An der Börse spiegelte sich dieser Vorstoß zuletzt allerdings kaum wider. Das Papier notiert aktuell bei 37,30 Euro und büßt am heutigen Handelstag 1,6 Prozent ein. Seit Jahresanfang ergibt sich damit für die Anteilsscheine ein Kursverlust von 17 Prozent.
Trotz der schwächeren Kursentwicklung äußerten sich Branchenbeobachter zuversichtlich. Am 29. September bestätigte JPMorgan die Einstufung mit „Overweight“ und rief ein Kursziel von 57,40 Euro auf. Analyst David Adlington sah in der neuen Radioonkologie-Plattform erhebliche Chancen und verwies insbesondere auf Effizienzgewinne für Kliniken.
Kürzere Bestrahlungszeiten können Arbeitsabläufe optimieren und somit die Wirtschaftlichkeit der medizinischen Einrichtungen verbessern. Das sorgt bei institutionellen Beobachtern für Zuspruch.
Auch das Analysehaus Jefferies bekräftigte am 30. September seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 50 Euro. Analyst Julien Dormois stufte das Unternehmen als auf Kurs für die Erreichung der Jahresziele ein. Während im Bereich Imaging und Precision Therapy im Schlussquartal mehr Dynamik erwartet wird, dürfte das Diagnostikgeschäft weiter rückläufig bleiben.
Geschäftsjahresabschluss im November
Klarheit über den tatsächlichen Geschäftsverlauf erhalten Anleger am 5. November. An diesem Tag legt Siemens Healthineers die Zahlen für das vierte Quartal sowie das gesamte Geschäftsjahr vor. Dieser Bericht wird zeigen, inwieweit die Sparten die Erwartungen erfüllen konnten.
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