Siemens Healthineers-Aktie: Diagnostics zieht die ganze Aktie runter!

Siemens Healthineers verfehlt Umsatzerwartungen wegen schwacher Diagnostics-Sparte, profitiert aber von US-Zollerstattungen und hebt Gewinnprognose an.

Auf einen Blick:
  • Umsatzprognose für 2026 auf 3,5 bis 4,0 Prozent vergleichbares Wachstum gesenkt
  • Diagnostics-Schwäche und Chinas Beschaffungspolitik belasten das Segment
  • Bereinigtes EBIT stieg auf 1,1 Milliarden Euro, Marge von 16,8 auf 19,1 Prozent
  • Bereinigter EPS-Ausblick auf 2,35 bis 2,45 Euro angehoben dank Zollrückerstattungen

Eigentlich hätte es ein ordentlicher Quartalsbericht werden können. Nettoprofit rauf, Marge rauf, bereinigter Gewinn je Aktie rauf. Doch Siemens Healthineers lieferte am Freitag vor allem eine Botschaft: Das Diagnostics-Segment schwächelt, und es zieht den Rest mit.

Umsatz verfehlt, Diagnostics ist der Knackpunkt

Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni kam Siemens Healthineers auf einen Umsatz von 5,76 Milliarden Euro, vergleichbares Wachstum von 2,8 Prozent. Analysten hatten laut firmeneigenem Konsens mit 5,805 Milliarden Euro und 4,6 Prozent Wachstum gerechnet. Die Lücke ist nicht riesig, aber sie ist da, und die Ursache ist bekannt: Die Diagnostics-Sparte tritt auf der Bremse. Chinas Beschaffungspolitik drückt auf das Segment, und das spürt man in der Erlöszeile.

Für das Gesamtjahr senkt das Unternehmen nun die Umsatzwachstumsprognose von zuvor 4,5 bis 5,0 Prozent auf 3,5 bis 4,0 Prozent. Das ist kein Absturz, aber es ist auch keine Kleinigkeit.

US-Zölle retten die Gewinnseite

Auf der anderen Seite der Rechnung steht ein Posten, den man so nicht erwartet hätte: US-Zollrückerstattungen. Die haben das bereinigte EBIT auf 1,1 Milliarden Euro gehoben, ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und die Marge von 16,8 auf 19,1 Prozent getrieben. Analysten hatten hier laut Konsens nur 893 Millionen Euro erwartet. Der Nettoprofit stieg auf 669 Millionen Euro, nach 552 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Weil dieser Effekt anhält, hebt Siemens Healthineers den Ausblick für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 2,35 bis 2,45 Euro an, nach zuvor 2,20 bis 2,30 Euro.

Was bleibt

Das Bild ist also gespalten: Der Umsatz enttäuscht, der Gewinn überrascht, aber aus einem Grund, der mit dem eigentlichen Geschäft wenig zu tun hat. Zollrückerstattungen sind kein Geschäftsmodell. Die Aktie hat im laufenden Jahr gut 16 Prozent verloren. Ob die Diagnostics-Schwäche strukturell ist oder nur eine Phase, darüber schweigt der Bericht weitgehend. Nächste Gelegenheit zur Antwort: 29. Oktober.

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