Der Aufsichtsrat von Siemens Healthineers bekommt ein neues Gesicht. Mit Konzernchef Roland Busch und Finanzvorständin Veronika Bienert verlassen zwei prominente Siemens-Manager das Gremium. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Erlangen mit. Die Aktie legte zeitweise um 2,75 Prozent auf 44,54 Euro zu.
Siemens zieht sich zurück
Der Schritt kommt nicht überraschend, Siemens hatte ihn bereits angekündigt. Bienerts Mandat läuft zur Hauptversammlung 2027 aus. Busch legt sein Amt vorzeitig nieder.
Der Hintergrund: Siemens will sich sukzessive von seiner Mehrheitsbeteiligung an Healthineers trennen und mittelfristig nur noch Finanzinvestor sein. Die Aktionäre beider Unternehmen sollen auf den Hauptversammlungen im kommenden Jahr darüber abstimmen. In einem ersten Schritt sollen früheren Angaben zufolge 30 Prozent an Healthineers per Abspaltung abgegeben werden.
Auch die Mandate von Marion Helmes und Karl-Heinz Streibich enden zur Hauptversammlung.
Neue Köpfe mit Klinik- und Finanzexpertise
Als Nachfolger sind vier Persönlichkeiten vorgesehen:
- Melanie Kreis, Finanzchefin der DHL Group
- Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Jonathan Lewin, Radiologe an der Emory University School of Medicine
- Pascale Witz, Aufsichtsrätin mehrerer Gesundheitsunternehmen, darunter Fresenius Medical Care
Die Umbesetzung soll nach Unternehmensangaben die klinische und finanzielle Expertise des Gremiums stärken. Zugleich trägt sie der künftig größeren Eigenständigkeit von Healthineers Rechnung.
Zur Wiederwahl stehen der Vorsitzende Ralf P. Thomas, früher Finanzvorstand bei Siemens, sowie Siemens-Vorstandsmitglied Peter Körte. Körte wäre dann der einzige noch aktive Siemens-Vertreter im Aufsichtsrat. Das Unternehmen verweist darauf, dass so Stabilität und Kontinuität gewährleistet bleiben sollen.
Den formalen Rahmen setzen die Hauptversammlungen 2027. Dort entscheiden die Aktionäre sowohl über die neuen Aufsichtsräte als auch über den geplanten Abspaltungsschritt von 30 Prozent.
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