Siemens Healthineers kämpft an zwei Fronten. Während das Geschäft in China stockt, prüft der Mutterkonzern Siemens AG einen teilweisen Rückzug. Bisher spiegelt der Aktienkurs mit einem Jahresminus von rund 21 Prozent diese operative und strategische Unsicherheit wider.
Analysten-Skepsis belastet den Kurs
Analysten reagieren vorsichtig auf die aktuelle Marktlage. Das Bankhaus Berenberg stufte das Papier zuletzt von „Buy“ auf „Hold“ herab. Parallel dazu senkten die Experten das Kursziel von vormals 54,00 Euro auf 39,00 Euro.
Als Hauptgrund gilt die anhaltende Nachfrageschwäche im chinesischen Diagnostikmarkt. Hinzu kommen geopolitische Risiken und mögliche negative Währungseffekte. Auch das Analysehaus UBS sieht das Potenzial derzeit begrenzt und veranschlagt ein Kursziel von 38,00 Euro.
Strategische Ungewissheit durch die Mutter
Parallel dazu sorgt die Siemens AG für Unruhe unter den Aktionären. Der Großaktionär hält derzeit rund 71 Prozent der Anteile an Healthineers. Berichte deuten darauf hin, dass Siemens diesen Anteil signifikant reduzieren oder Anteile direkt an die eigenen Aktionäre verteilen will.
Das Unternehmen steuert mit eigenen Aktienkäufen gegen den Kursdruck. In der zweiten Juli-Woche erwarb Healthineers 140.000 eigene Anteile über die Börse. Seit dem Start des Programms im Juni flossen so bereits über zwei Millionen Aktien zurück in den Konzernbestand.
Weichenstellung im Juli
Operative Impulse erhofft sich das Management von der AAPM-Fachtagung in Vancouver. Dort präsentiert der Konzern ab heute neue Technologien im Bereich der Strahlentherapie. Solche Fachveranstaltungen sind entscheidend, um den technologischen Vorsprung der Sparte Varian zu unterstreichen.
Die Ergebnisse für das dritte Quartal werden am 31. Juli veröffentlicht. Dieser Termin entscheidet darüber, ob das Management seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 halten kann. Die Zahlen müssen belegen, ob das angestrebte vergleichbare Umsatzwachstum von 5,0 Prozent weiterhin realistisch ist.
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