Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers zieht im Ultraschallsegment Konsequenzen aus dem intensiven Wettbewerb und richtet den Geschäftsbereich grundlegend neu aus. Das Unternehmen beendete den Vertrieb seiner Systeme für die allgemeine Bildgebung. Betroffen von diesem Schritt sind die etablierten Modellreihen Acuson Sequoia, Redwood, Juniper sowie Maple.
An der Börse reagierten die Marktteilnehmer verhalten positiv auf die Bereinigung des Produktportfolios. Im heutigen Handel legt das Papier um 0,8 Prozent zu und notiert bei 39,80 Euro. Damit bewegt sich der Titel rund 21 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.
Fokus auf kardiologische Eingriffe
Künftig konzentriert sich Siemens Healthineers auf die interventionelle Bildgebung sowie die bildgeführte Therapie. Geräte wie das Acuson Origin, das P500 und das Freestyle verbleiben im Sortiment.
Ergänzend setzt der Konzern verstärkt auf spezialisierte Software und Katheter, die insbesondere bei Elektrophysiologen und interventionellen Kardiologen zum Einsatz kommen. Ein zentraler Schwerpunkt der künftigen Entwicklung liegt auf Herz-Kreislauf-Eingriffen, künstlicher Intelligenz und strategischen Partnerschaften.
Bestandskunden der eingestellten Produktlinien sollen über den gesamten verbleibenden Produktlebenszyklus hinweg weiterhin mit Wartungsdiensten, Software-Aktualisierungen und Schallköpfen versorgt werden.
Laut Reuters erwirtschaftete das gesamte Ultraschallgeschäft im Jahr 2025 gut 600 Millionen Euro Umsatz. Dies entsprach einem Anteil von rund neun Prozent an den Erlösen der Sparte Precision Therapy.
Hoher Konkurrenzdruck treibt Portfoliobereinigung
Ausschlaggebend für die Entscheidung ist der ausgeprägte Wettbewerbsdruck in der breiten klinischen Ultraschalldiagnostik. Nach Angaben von Reuters dominieren Konkurrenten wie Philips, GE HealthCare, Fujifilm und Canon diesen Markt traditionell mit starken Marktanteilen.
Mit dem Rückzug aus dem Massengeschäft der allgemeinen Bildgebung trennt sich das Management von margenschwächeren, hart umkämpften Bereichen und bündelt die Ressourcen dort, wo technologische Spezialisierung höhere Eintrittsbarrieren schafft.
Parallel zum Konzernumbau stützt Siemens Healthineers den eigenen Aktienkurs über den Kapitalmarkt. Zwischen dem 5. und dem 11. Oktober kaufte das Unternehmen 50.000 eigene Anteilsscheine über die Börse Xetra zurück. Im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 11. Oktober summiert sich das Volumen auf insgesamt 3.474.346 zurückerworbene Aktien.
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