Siemens Healthineers beendet eine intensive Roadshow. Das Management kämpft bei Investoren um Vertrauen. Der Grund: Ein schwaches Frühjahrsquartal lastet schwer auf dem Medizintechnik-Konzern. Die Aktie notiert aktuell bei 34,48 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über 22 Prozent.
Schwaches China-Geschäft drückt Margen
Den inhaltlichen Rahmen der Investorengespräche lieferten die jüngsten Quartalszahlen. Das Bild fällt zweigeteilt aus. Die Kernsparte Imaging wuchs vergleichbar um 6,1 Prozent. Sie liefert eine starke operative Marge von 22,4 Prozent. Auch der Bereich Precision Therapy legte operativ zu.
Anders sieht es in der Diagnostik aus. Hier schrumpfte der Umsatz zuletzt um 6,5 Prozent. Strukturelle Marktveränderungen in China bremsen das Geschäft massiv. Die bereinigte Marge brach in diesem Segment auf magere 0,9 Prozent ein.
Prognosekürzung und Schuldenberg
Das schwache Asien-Geschäft zwingt den Vorstand zum Handeln. Siemens Healthineers senkte die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet nun ein Wachstum von 4,5 bis 5,0 Prozent. Zuvor lag die Zielmarke bei bis zu sechs Prozent.
Das Gewinnziel sinkt im gleichen Schritt. Das Management rechnet mit einem Ergebnis je Aktie von 2,20 bis 2,30 Euro. Hohe Zollbelastungen von rund 400 Millionen Euro drücken das operative Ergebnis. Hinzu kommen negative Währungseffekte.
Ein weiterer Wermutstropfen ist die Bilanz. Die Nettoverschuldung kletterte zuletzt auf 13,2 Milliarden Euro. Das entspricht dem 3,1-Fachen des operativen Ergebnisses.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Parallel zur Charmeoffensive greift der Konzern am Kapitalmarkt ein. Anfang Juni startete ein neues Aktienrückkaufprogramm. Bis Ende Januar 2027 kauft das Unternehmen eigene Papiere für bis zu 230 Millionen Euro zurück.
Allein in der zweiten Juniwoche erwarb der DAX-Konzern knapp 453.000 Stück über die Börse. Die Aktien fließen vornehmlich in Mitarbeiterprogramme.
An der Börse bleibt die Skepsis spürbar. Der Kurs pendelt derzeit nur knapp fünf Prozent über dem Jahrestief. Vom gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei gut 41 Euro ist das Papier weit entfernt.
Am 31. Juli 2026 folgen die Zahlen für das dritte Quartal. Dann muss das Management beweisen, dass die Diagnostik-Sparte in China die Talsohle durchschritten hat.
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