Siemens Energy: Eine späte Reaktion?

Die Aktie von Siemens Energy erholt sich aktuell wieder etwas. Von den Kurszielen der meisten Analysten aber ist sie damit noch weit entfernt.

Auf einen Blick:
  • Am Donnerstag hatte die DZ Bank ihr Kursziel für Siemens Energy erhöht
  • Doch erst am Freitag geht es mit den Papieren der Münchner nach oben
  • Dabei sind die anderen Analysten zumeist noch weitaus positiver gestimmt
  • Am 11. November gilt es, der Energietechnikkonzern legt Quartalszahlen vor

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Aktie von Siemens Energy, seit längerer Zeit in einem ausgesprochenen Seitwärtsmodus, hatte am Donnerstag deutlich nachgegeben. Am Handelsplatz Frankfurt ging es mit den Papieren des Energietechnikkonzerns von 147,42 Euro noch im Tagesverlauf des Mittwochs bis auf 140,54 Euro zurück. Am Freitag im frühen Handel verbessert sich die Siemens-Energy-Aktie wieder auf aktuell immerhin knapp 144 Euro. Ist das die späte Reaktion auf eine Neueinschätzung durch die DZ Bank?

DZ Bank erhöht Kursziel für Siemens Energy

Denn diese hatte sich am Donnerstag bezüglich Siemens Energy zu Wort gemeldet. Zwar hielt Analyst Alexander Hauenstein an seiner Empfehlung zum Halten der Papiere fest, erhöhte aber zugleich das Kursziel von zuvor 128 auf 157 Euro. Damit sieht er, trotz der neutralen Bewertung, immerhin ein Aufwärtspotenzial bei der Aktie von fast zehn Prozent.

Er rechne bei Siemens Energy mit einem leichten Übertreffen des mit dem dritten Geschäftsquartal erhöhten Ausblicks für 2025/26 sowie mit Prognosen für 2026/27 in etwa auf Konsensniveau, schrieb Hauenstein in seiner Einschätzung angesichts der bevorstehenden Zahlen des Energietechnikkonzerns für das vierte Geschäftsquartal. Und er ist überzeigt, „die Mittelfristziele 2030 dürften steigen“. Für die Aktie gilt das allerdings nicht.

Aktie ein Viertel unter ihrem Höchststand

  • Trotz der aktuellen Erholung hat Siemens Energy seit ihren Höchstständen bei gut 195 Euro im April mehr als ein Viertel an Wert eingebüßt
  • Aufs Jahr gesehen steht bei den Papieren des Münchner Unternehmen allerdings noch immer ein Aufschlag von gut 30 Prozent

Dabei blicken die Analysten insgesamt überwiegend optimistisch auf die Aktie von Siemens Energy. Mehrere große Analysehäuser trauen dem Energietechnikkonzern in den kommenden zwölf Monaten deutliche Kurssteigerungen zu. Die Deutsche Bank bestätigte Anfang Oktober ihr Kursziel von 210 Euro und ihre Kaufempfehlung. Auch RBC bleibt mit einem Kursziel von 200 Euro positiv, während Berenberg 205 Euro für erreichbar hält.

Extreme Prognose für Siemens Energy

Besonders zuversichtlich zeigt sich JP Morgan mit einem Kursziel von 245 Euro, was einem Aufschlag von rund 70 Prozent gleichkäme. Der Optimismus gründet demnach vor allem auf der steigenden Stromnachfrage, dem Ausbau der Stromnetze und dem wachsenden Bedarf an Gasturbinen. Davon könnte Siemens Energy langfristig profitieren, hieß es.

Die hauseigene halbjährliche Umfrage zum Investitionsverhalten habe die guten Nachfrageaussichten in den Bereichen KI-Rechenzentren, Halbleiter und im breiteren Hardware- und KI-Infrastrukturkomplex untermauert, schrieb Phil Buller im September. Er sehe „die positive Einschätzung des Investitionsgütersektors und die Einstufungen von Siemens, Siemens Energy, Legrand, Nexans, Atlas Copco, IMI, Oxford Instruments und Bergbauausrüstern bestätigt“.

Siemens Energy durchaus vor Herausforderungen

Allerdings ist die Aktie von Siemens Energy gleichsam nicht ohne Risiken. Die hohe Bewertung setzt voraus, dass Umsatz und Gewinne weiter steigen. Zudem bleibt das Windgeschäft Siemens Gamesa ein Unsicherheitsfaktor. Entscheidend wird sein, ob Siemens Energy seine ambitionierten Geschäftsziele erreicht und die Profitabilität weiter verbessert.

  • Klarheit wird es dabei erst in etwas mehr als einem Monat geben, wenn die Quartalszahlen vorliegen
  • Siemens Energy will am 11. November den Anlegern und Analysten Einblick in die Bücher geben

Laut finanzen.net rechnen die Beobachter mit einem massiv steigenden Gewinn. Die mittlere Schätzung gehe von 1,34 Euro pro Aktie aus. Im Vorjahr lag das EPS demnach bei lediglich 0,19 Euro. Sollten die Analysten Recht behalten, hätte sich der Gewinn pro Aktie damit in etwa versiebenfacht.

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