Liebe Leserin, lieber Leser,
der nächste Börsentag, das nächste Rekordhoch: Am Donnerstag hat die Aktie von Siemens Energy entgegen dem Markttrend bei 149,45 Euro eine neue Bestbewertung erreicht. Während der Leitindex Dax um rund zwei Prozent abgab, vor allem weil das Schwergewicht SAP nach Quartalszahlen zweistellig eingebrochen war, legten die Papiere des Energietechnik-Konzerns um zwischenzeitlich rund vier Prozent zu. Wenngleich die SAP-Aktie dieses Niveau nicht halten konnte, aktuell bei rund 143 Euro notiert, gab es durchaus einen Grund für die Reaktion der Märkte: Analysten verbreiteten Zuversicht im Doppelpack.
Deutsche Bank erhöht Kursziel für Siemens Energy
Denn gleich zwei Institute meldeten sich im Tagesverlauf zu Siemens Energy und bestätigten ihre Kaufempfehlung, zugleich erhöhten einer seine Prognose für die Aktie deutlich. So hat Deutsche Bank Research das Kursziel für von 135 auf 170 Euro angehoben und die Einstufung folglich auf „Buy“ belassen. Analyst Gael de-Bray sieht somit noch weiteres Aufwärtspotenzial von knapp 20 Prozent. Die Nachfrage nach Gasturbinen scheine hoch wie nie, schrieb er in seiner am Donnerstag vorliegenden Reaktion auf die Zahlen von GE Vernova sowie den zuletzt positiven Nachrichten aus den USA und Deutschland. Zudem „bessere sich die Stimmung in Europa für das Thema Windkraft“, so seine Beobachtung.
- Noch etwas mehr erwartet die schweizer Großbank UBS von Siemens Energy
- Sie beließ die Aktie auf „Buy“ mit einem fairen Wert von sogar 175 Euro
Auch Analyst Christopher Leonard bezog sich in seiner Einschätzung auf die Zahlen von GE Vernova. Die vom US-Konkurrenten bestätigte Auftragsdynamik bei weiter steigenden Preisen für Gasturbinen stütze seine Erwartungen an den deutschen Energietechnikkonzern, schrieb Leonard in seiner ebenfalls am Donnerstag vorliegenden Einschätzung.
Siemens Energy mit 150 Prozent im Jahresplus
Die Anleger reagierten entsprechend verzückt – und schickten die Aktie nach oben. Der märchenhafte Aufstieg von Siemens Energy an der Börse geht somit weiter. Insbesondere die anhaltenden Qualitätsprobleme und hohen Kosten bei seiner Windkrafttochter Siemens Gamesa, was zu Milliardenverlusten und Rückstellungen führte, belasteten den Kurs einst über Jahre. Davon ist nichts mehr zu spüren – im Gegenteil. Allein im zurückliegenden Jahr schoss die Aktie um gut 150 Prozent nach oben.
Analysten lagen in ihren Prognosen falsch
Die Analysten hatten das so nicht vorhergesehen. Laut marketscreener.com lag das durchschnittliche Kursziel für Siemens Energy vor einem Jahr noch bei rund 50 Euro. Nun holen offenbar viel nach, was sie lange Zeit nicht für möglich gehalten haben. Nur einer bleibt einigermaßen standhaft in seinem Pessimismus: Vladimir Sergievskiy von der britischen Investmentbank Barclays.
Der Markt scheine ein starkes Wachstum der Industrieproduktion fest einzupreisen, schrieb der Experte in seiner Branchenanalyse zur Berichtssaison der Investitionsgüterkonzerne vor zwei Wochen. Im Elektronikbereich sehe er aber eher Anzeichen einer Spätkonjunktur und im breiteren Industriesektor „nur uneinheitliche Erholungsanzeichen“.
Eigenwilliges Kursziel für Siemens Energy
Der Barcleys-Analyst hatte das Kursziel für Siemens Energy in der Folge zwar angehoben, allerdings lediglich von 85 auf 90 Euro. Wie man sich irren kann: 126,15 Euro war die Aktie von Siemens Energy am Analysetag wert, hat seitdem also annähernd 15 Prozent an Wert dazugewonnen.
Dass man sich beim Energietechnik-Unternehmen auch in anderer Weise vertun kann, bewies unlängst Rizk Maidi vom Analysehaus Jefferies.
- Der US-Analyst empfahl zum Wochenstart die Aktie explizit zum Kauf
- Sein Kursziel lag mit 134 Euro allerdings unter dem damaligen Kursstand
Wie man eine Kaufempfehlung mit einem prognostizierten Kursrückgang verknüpfen kann, und sei er noch so moderat, bleibt wohl sein Geheimnis.
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