Liebe Leserin, lieber Leser,
entgegen anderslautender Behauptungen, befindet sich die Aktie von Siemens Energy seit Wochen im eindeutigen Abwärtstrend. Nach den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal 2025/26 am 11. Februar noch bei 163,00 Euro gehandelt, nach der Hauptversammlung des Energietechnik-Konzerns zwei Wochen später gar bei 172 Euro, sind davon aktuell nur noch 145 Euro übriggeblieben. Doch wie ist diese negative Entwicklung bei der Siemens-Energy-Aktie zu erklären? Zumal die Analysten allesamt zuversichtlich waren – und in der kommenden Woche ein Aufstieg ansteht.
Siemens Energy ab Montag im Stoxx Europe 50
Denn nachdem die Papiere des Münchner Konzerns bereits im deutschen Leitindex Dax sowie im Euro Stoxx 50 gelistet sind, wird Siemens Energy ab kommenden Montag in den Stoxx Europe 50 aufgenommen, wie seit gut zwei Wochen bekannt ist. Der Energietechnikkonzern ersetzt dort den Spirituosenhersteller Diageo, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf die Deutsche-Börse-Tochter und Index-Anbieterin Stoxx Ltd meldete. Die Änderung erfolge im Rahmen der sogenannten Fast-Entry-Regel und trete zum 23. März in Kraft, hieß es.
- Der Stoxx Europe 50 (ESX) ist ein Aktienindex, der sich aus 50 großen, börsennotierten, europäischen Unternehmen zusammensetzt
- Er ist vom Euro STOXX 50 zu unterscheiden, der ausschließlich Unternehmen des Euro-Währungsgebiets enthält
Index-Anbieter müssen Aktie automatisch kaufen
Mit der Aufnahme von Siemens Energy reagiert der Index-Anbieter vor allem auf die gestiegene Marktkapitalisierung des Unternehmens, die aktuell noch bei rund 128 Milliarden Euro liegt. Vor drei Wochen allerdings lag der Börsenwert des Konzerns noch gut 15 Prozent höher bei etwa 147 Milliarden – was durchaus überrascht.
Denn der Aufstieg in den Stoxx Europe 50 ist nicht allein eine Art Ritterschlag, signalisiert die Zugehörigkeit zu einem renommierten Index doch zugleich Stärke und erhöht die Sichtbarkeit bei Analysten und Anlegern. Durch die Aufnahme müssen viele Fonds und ETFs, die den Index abbilden, die Aktie automatisch kaufen, was in der Regel die Nachfrage erhöht. Davon allerdings ist bei Siemens Energy bislang nichts zu erkennen, im Gegenteil. Am Mittwoch hatte es noch kurzzeitig den Anschein, als könnte die Kursmisere beendet sein, als die Aktie bis auf 158,55 Euro kletterte. Doch es erwies sich als Strohfeuer, die Aktie notiert aktuell wieder satte acht Prozent tiefer.
Gute Prognosen für Siemens Energy nach Zahlen
Die Analysten hatten mit dieser Entwicklung nicht gerechnet. Sie riefen nach den Quartalszahlen hohe Kursziele für Siemens Energy auf, wie die folgende Auflistung von finanzen.net aus dem Februar belegt:
- Deutsche Bank: 180,00 EUR
- RBC Capital: 185,00 EUR
- Berenberg Bank: 195,00 EUR
- UBS: 175,00 EUR
Am optimistischsten unter allen Beobachtern war demnach die Privatbank Berenberg, die den fairen Wert für Siemens Energy von 130 auf ambitionierte 195 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen hatte. Das erste Geschäftsquartal sei stark ausgefallen, schrieb Richard Dawson. Vor allem der sehr hohe Auftragseingang dürfte das weitere Wachstum vorantreiben, so seine Einschätzung.
Auch die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel
Auch die Deutsche Bank hatte ihre Prognose für Siemens Energy erhöht, wenngleich lediglich von 170 auf 180 Euro, die Einstufung blieb auf „Buy“. Analyst Gael de-Bray gab in seinem Kommentar vor einem Monat laut Medienberichten „Einblick in die Höhepunkte einer Investorenveranstaltung mit der Finanzchefin der Münchner“, wie es hieß. Zudem resümierte er den Bericht zum ersten Geschäftsquartal und passte seine Schätzungen an. Das Gasturbinengeschäft verzeichne „beispiellose Stärke“, schrieb er. Für die Aktie, soviel steht fest, gilt das allerdings bislang nicht.
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