Siemens Energy-Aktie: Unglaubliche Prognose!

Die Siemens Energy-Aktie verzeichnet deutliche Kurseinbrüche, während Analysten der Bank of America ein ambitioniertes Kursziel von 220 Euro und langfristiges Gewinnwachstum prognostizieren.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert über 5 Prozent zum Wochenausklang
  • Bank of America hebt Kursziel auf 220 Euro an
  • Debatte um Atomkraft als möglicher Geschäftstreiber
  • KGV von 37 deutet auf hohe Bewertung hin

Liebe Leserinnen und Leser,

einen kräftigen Abschlag hat zuletzt die Aktie von Siemens Energy hinnehmen müssen. Die DAX-Unternehmung hat dabei am Freitag zum Ende der vergangenen Woche einen Verlust in Höhe von 5,11 % kassiert. 143,05 Euro stehen am Ende auf den Kurstafeln, wenn es nun in die neue Woche geht. Die Aktie hat damit zum Beispiel die Markierung bei 150 Euro klar unterboten, was durchaus ein Problem darstellen kann. Zumindest sind die Chartanalysten von einer solchen Entwicklung nicht begeistert.

Siemens Energy: Darum wird es jetzt knapper

Die Notierungen sind natürlich noch immer im Aufwärtstrend, weil die Aktie allein im laufenden Jahr schon mehr als 18 % für sich verbucht hatte. Allerdings ist die Liste der schwachen Tage inzwischen beeindruckend. Am Freitag wie beschrieben sind 5,11 % minus entstanden.

Siemens Energy Aktie Chart

Am Donnerstag zuvor waren 3,15 % Abschlag zu verbuchen. Und am Mittwoch sind -0,3 % dazu gekommen. Der Ausflug der Aktie auf mehr als 155 Euro ist damit klar wieder zurückgepfiffen worden. Es sah zwischenzeitlich so aus, als sollte der Dax-Konzern nun einen massiven Comeback-Versuch auf höchstem Niveau schaffen können. Das gelang nicht.

Die Aktie hat ein Allzeithoch bei 171 Euro noch in etwa Ende Februar erreicht. Davon allerdings sind die Notierungen der Siemens Energy Aktie aus der Sicht von Aktien-Technikern inzwischen relativ weit entfernt. Der erneute Ausbau nach oben ist einigermaßen klar wieder abgewendet worden.

Wie weit kann es aus wirtschaftlicher Sicht für den Titel nun nach oben gehen?

Die Notierungen sind insgesamt zwar 123 Milliarden Euro wert. Allerdings beläuft sich der Nettogewinn im laufenden Jahr (das als Geschäftsjahr bereits seit dem 1. Oktober 2025 geführt wird) den aktuellen laufenden Schätzungen auf nur noch 3,3 Milliarden Euro.

Das bedeutet, dass die Aktie mit einem KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der für das laufende Geschäftsjahr geschätzten Gewinne des Unternehmens und dem realen Kurs an den Aktienbörsen) in Höhe von 37 noch relativ hoch bewertet ist.

Sie war allerdings auch in den vergangenen zwölf Monaten bezogen auf die reine Bewertung (sprich: das jeweilige KGV) oftmals noch deutlich höher notiert. Die ganz große Bewegung nach oben allerdings ist zumindest aus diesen Daten nicht heraus zu lesen. Vielmehr hofft der Markt wahrscheinlich auf andere Entwicklungen.

AKW: Ein Thema auch für die Siemens Energy?

Denn die erneuerbaren Energien insgesamt wie auch die Energiepolitik stehen jetzt auf dem Prüfstand. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte eine Strategie an, die dafür sorge, dass Europa beziehungsweise hier die EU sich energiepolitisch deutlich autark aufstellen solle.

Es geht um den Ausbau der Kern-Energie, wobei in erster Linie kleine AKW dafür aufgestellt würden. Deutschland bleibt in dieser Frage nach der Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz skeptisch, wie es heißt bzw. sogar außen vor. Der Kanzler hat eine entsprechende Strategie seiner Regierung wohl ausgeschlossen.

Möglicherweise haben die Märkte mit den neuen Kursverlusten auch auf diese Skepsis reagiert. Siemens Energy profitiert allerdings letztlich aus Sicht der mittel- und langfristig zu orientierenden Aktienmärkte zumindest bezogen auf das Geschäftsfeld AKW ganz sicher davon, dass hier wieder diskutiert wird.

Generell gilt für die Siemens Energy, dass es derzeit in dieser Atomdebatte durchaus Fragen geben dürfte, ob es nicht doch ein Comeback der Technologie hierzulande geben wird. Deutschland steht vor der Frage, wie der wachsende Energiebedarf gedeckt werden soll. Der ergibt sich allein aus der sogenannten Wärmewende, aus der E-Fahrzeug-Politik wie auch aus dem Bedarf an Energie, der sich aus der KI-Technologie fast zwangsläufig ableiten lässt.

Siemens Energy generell hat davon profitiert, dass der Netzausbau unter anderem in Deutschland auch finanziert werden muss. Die Diskussion um den Netzausbau bzw. die gesamte Infrastruktur hat den sehr langen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten sicherlich auch mitgetragen.

Siemens Energy: Wie geht es in der Energiepolitik nun weiter?

Jetzt kommen durchaus mehr Fragen auf. Hier greifen wir beispielhaft das neue Thema der AKW auf. Siemens Energy selbst baut keine Reaktoren. Das Unternehmen gilt allerdings als Zulieferer für solche AKW.

Käme es also zum Bau von Kernkraftwerken in Deutschland, beispielsweise eben auch ergänzend hierzulande, würde hier das Geschäft der Siemens Energy möglicherweise weiter angekurbelt. Das Unternehmen liefert sowohl Generatoren wie auch Dampfturbinen für solche Kraftwerke.

Es ist auch möglich, Steuerungssysteme und Leittechnik für Anlagen zu liefern. Auch die Wartung, die Modernisierung und sogar die Inbetriebnahme von bestehenden AKWs hat sich das Unternehmen auf die Agenda geschrieben.

Zudem entwickelt es die Technik für die so genannten Small Model Reactor (SMR), das sind kleine modulare Reaktoren, um die es hier in der Diskussion, die Frau von der Leyen angeschnitten hat, auch gehen wird.

Die Siemens Energy arbeitet gerade bei dem Thema dieser SMR mit Rolls-Royce zusammen. Dort soll das Unternehmen, Turbinen, Generatoren und Hilfssysteme liefern. Also dürfte die Siemens Energy am Ende von solchen Diskussionen dann profitieren, wenn es tatsächlich zum Bau solcher Kraftwerke kommen sollte.

Aktie zeigt derzeit keine positive Reaktion

Generell ist die Aktie allerdings unter Druck geraten. Das ist zweifellos ein überraschendes Moment, insofern ausgerechnet jetzt auch noch Analysten sich hier sehr zuversichtlich positioniert haben. Generell soll die Aktie auf Basis der Schätzungen der Analysten im Durchschnitt bei 165,68 Euro landen.

Die jetzt wohl interessanteste Prognose aus Sicht der Investoren dürfte das sein, was die BofA vor kurzem publizierte. Das Kursziel der Bank of America, ohnehin sehr hoch, ist sogar angehoben worden. Das Wachstumspotenzial im so genannten Gas-After Market werde erheblich unterschätzt, hieß es. Das neue Buttom-Up-Modell der BofA, auf das sich die Studie bezieht, sieht Gewinne, die sich bis 2035 annähernd verdreifachen könnten.

Die Siemens Energy würde damit nach 2030 ein hohes Gewinn-Wachstum realisieren. Das bisherige Kursziel von 200 Euro ist damit noch einmal angehoben worden. BofA geht davon aus, dass 220 Euro als neues Kursziel adäquat seien.

Dies würde einem weiteren Aufwärts-Potenzial von über 40 % entsprechen, hieß es. Damit jedoch ist ein Ziel ausgesprochen, das sicherlich extrem ambitioniert ist. Der Markt hat zuletzt etwas die Reißleine gezogen. Es darf jetzt gerätselt werden, wie es zum Beginn der neuen Woche weitergeht. Generell sind Analysten wie beschrieben hier noch sehr zuversichtlich. Die Zukunft der Energiepolitik sollte, so nehmen es die Analysten mit ihren hohen Kurszielen wohl an, Siemens Energy und dann auch der Aktie noch helfen.

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