Siemens Energy-Aktie: Unfassbar, was da möglich ist!

Siemens Energy profitiert vom Austausch alter Windturbinen in Deutschland. Die Tochter Gamesa positioniert sich als zentraler Ausrüster des wachsenden Repowering-Marktes.

Auf einen Blick:
  • Aktie erholt sich nach Verlusten
  • Gamesa als Repowering-Partner positioniert
  • 10.000 alte Turbinen in Deutschland
  • Moderne Anlagen vervielfachen Stromertrag

Auch die Siemens Energy-Aktie konnte nach den starken, marktbedingten Verlusten der Vortage am Donnerstagmorgen wieder etwas zulegen – um 2,6 % auf 142,3 Euro. Das 1-Monats-Minus blieb mit -21,7 % jedoch deutlich zweistellig (Stand: 11.06.2026, 9:00 Uhr).

Interessant sind derweil die Marktchancen der Konzerntochter Siemens Gamesa, die auf Windturbinen spezialisiert ist. Hierzu veröffentlichte Siemens Energy kürzlich einen umfassenden Blogbeitrag.

Demnach ist Deutschland derzeit der aktivste Windenergiemarkt Europas – und Gamesa positioniert sich als wichtigster Ausrüster dieser Wachstumsbewegung, die auch ein Modernisierungstrend ist. Das Stichwort lautet: Repowering.

Siemens Energy-Aktie: 10.000 alte Turbinen warten auf Ersatz

In Deutschland sind derzeit mehr als 10.000 Windturbinen älter als 20 Jahre. Diese Anlagen sind aus dem staatlichen Einspeisevergütungssystem herausgefallen und wirtschaftlich zunehmend unattraktiv. Ihre Gesamtkapazität beläuft sich auf rund 11,5 Gigawatt

Um dieses Volumen zu ersetzen, würden lediglich rund 1.600 moderne Turbinen benötigt. Der Grund: Die neuen Anlagen sind wesentlich leistungsfähiger. Allein das Projekt Elster in Sachsen-Anhalt verdeutlicht das Potenzial: Dort ersetzte der Projektierer VSB 50 alte Turbinen mit je 0,6 Megawatt durch 16 neue Siemens-Gamesa-Anlagen mit je 6,6 Megawatt.

Das Ergebnis war eine Versechsfachung der Stromerzeugung bei einem um ein Drittel gesunkenen Flächenverbrauch. Rund 235 Gigawattstunden Strom erzeugt der neu aufgebaute Windpark jährlich – genug für rund 67.000 Haushalte.

Siemens Energy-Aktie: Gesellschaftliche Akzeptanz als unterschätzter Vorteil

Repowering-Projekte haben gegenüber völligen Neubauten einen weiteren strategischen Vorteil: Die gesellschaftliche Akzeptanz ist an bereits etablierten Standorten deutlich höher.

Laut einer deutschen Umfrage zeigten sich fast 80 Prozent der Anwohner bestehender Windparks zufrieden mit den Anlagen in ihrer Nähe. Das beschleunigt Genehmigungsverfahren – ein in Deutschland oft kritischer Engpass. Seit 2023 entfällt mehr als ein Drittel aller neu installierten Windkapazität in Deutschland auf Repowering-Projekte, Der Genehmigungsstau jedenfalls lichtet sich: 2024 wurden Projekte mit einem Volumen von 14 Gigawatt genehmigt.

Siemens Energy-Aktie: Starker Wachstumsmarkt

Für Siemens Energy ist der deutsche Repowering-Markt ein strukturell attraktives Wachstumsfeld: Die Tochter Gamesa verfügt über eine starke Marktposition bei deutschen Projekten und kann mit seiner neuesten 7-Megawatt-Turbinenserie gezielt von der Erneuerungswelle profitieren – in einem Markt, der bis zum Ende des Jahrzehnts jährlich mehr als 10 Gigawatt neue Kapazität benötigt, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erfüllen.

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