Siemens Energy treibt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Stromnetzen voran. Im neuen Grid AI Lab in Orlando entwickelt und testet der Energietechnikkonzern KI-Lösungen, mit denen Netzbetreiber Risiken früher erkennen, Extremwetter besser einplanen und Stromausfälle schneller beheben sollen. Das Labor ist Teil der angekündigten 1 Mrd. US-Dollar schweren US-Investitionen des Konzerns.
Siemens Energy-Aktie: KI soll bestehende Stromnetze besser auslasten
Ein Schwerpunkt liegt darauf, zusätzliche Kapazitäten aus bereits vorhandener Infrastruktur herauszuholen. KI analysiert dafür Stromflüsse und technische Einschränkungen des Netzes. Nach Angaben von Siemens Energy können Versorger dadurch bis zu 20 % mehr Strom über bestehende Netze übertragen, ohne unmittelbar umfangreiche neue Infrastruktur errichten zu müssen.
KI soll außerdem kleinste Veränderungen an Betriebsmitteln erkennen. Temperaturschwankungen in Transformatoren oder ungewöhnliche Lastzyklen können beispielsweise frühzeitig auf Belastungen hinweisen und Netzbetreibern ermöglichen, einzugreifen, bevor ungeplante Ausfälle entstehen.
Siemens Energy-Aktie: Zusammenarbeit mit Nvidia
Beim Aufbau der Lösungen arbeitet Siemens Energy unter anderem mit Nvidia, SoftServe und WWT zusammen. Marc Spieler, Senior Managing Director Global Energy Industry bei Nvidia, bezeichnet das Labor als Ort, an dem eine neue Architektur für nachhaltige Stromnetze praktisch umgesetzt werden soll.
Darüber hinaus entwickelt das Labor digitale Zwillinge von Stromnetzen. Damit können Betreiber Szenarien wie Stürme, Hitzewellen oder plötzlich steigenden Strombedarf simulieren und ihre Netze einem virtuellen Stresstest unterziehen.
Siemens Energy-Aktie: KI-Lösungen fließen in Noedra ein
Die im Grid AI Lab entwickelten Erkenntnisse sollen direkt in Noedra, das digitale Ökosystem von Siemens Energy, einfließen. Während das Labor neue KI-Anwendungen unter realitätsnahen Bedingungen entwickelt und testet, sollen sie über Noedra für Netzplanung, Betrieb und Resilienz nutzbar gemacht werden.
Zur Einordnung: Für Siemens Energy eröffnet die Digitalisierung der Stromnetze ein zusätzliches Geschäftsfeld neben klassischer Netztechnik wie Transformatoren und Schaltanlagen. Das Unternehmen verbindet dabei sein bestehendes Energietechnik-Know-how mit KI und digitalen Zwillingen und arbeitet dafür auch mit Technologiepartnern wie Nvidia zusammen.
Besonders interessant ist der Ansatz, mittels Software bis zu 20 % zusätzliche Übertragungskapazität aus bestehenden Netzen herauszuholen.
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