Siemens Energy-Aktie: Sie lässt es wieder krachen!

Siemens Energy erholt sich mit einem Plus von 10,58 Prozent vom jüngsten Kurssturz. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Auf einen Blick:
  • Kursanstieg um über zehn Prozent
  • Erholung an der 200-Tage-Linie
  • KI-Euphorie treibt Nachfrage
  • Analysten sehen Kurspotenzial

Liebe Leserinnen und Leser,

in den vergangenen Tagen hatte der jähe Absturz der Aktie von Siemens Energy Schlagzeilen geliefert. Nun kam es zur ersten Trendwende:

Siemens Energy ist gestern an den Aktienbörsen um massive 10,58 % nach oben geklettert. Die Aktie kam auf ein Kursniveau von 152,82 Euro. Spontan stellt sich die Frage, ob die Börsianer angesichts der plötzlichen und massiven Kursverluste zuvor spinnen. Denn es sei daran erinnert, dass die Aktie noch am Mittwoch um minus 8,1 % abwärts gelaufen war. Am Dienstag ging es um minus 4,57 % nach unten, und es sah alles danach aus, als würde die Aktie in Richtung von 135 Euro oder sogar noch weniger laufen.

Dabei hat die Aktie geradezu mustergültig jetzt am Langfristindikator GD200 bei 134,44 Euro direkt die Wende geschafft und sich wieder nach oben katapultiert. Es fehlen damit noch ca. 8 Euro bis zum sogenannten GD100, der die mittelfristige Trendindikation darstellt. Das heißt, die Aktie hat sich schon fast komplett erholt.

Siemens Energy Aktie Chart

Siemens Energy: Das war wohl ein Irrtum!

Erstaunlich daran ist der Umstand, dass das Papier, anders als bei vielen anderen Aktien in ähnlichen Ausgangssituationen, vorher quasi grundlos nach unten gelaufen war. In den Tagen, in denen es nach unten ging, kamen zumindest aus dem Unternehmen keine Meldungen mehr, die für die Kurse relevant gewesen wären. Insgesamt war es für den Sektor der Chip-Aktien nach unten gegangen. Dies wiederum kann indirekt für Siemens Energy wichtig gewesen sein und die Abwärtsfahrt provoziert haben.

Denn das Unternehmen profitiert von der zunehmenden KI-Euphorie. Die Märkte gehen hier davon aus, dass Siemens Energy durch den zunehmenden Bau von KI-Rechenzentren eminente Vorteile haben wird. Die Umsätze in diesem Segment werden massiv steigen, wovon wiederum das Unternehmen stärker als erwartet profitiert. Dazu kommt der Umstand, dass auch die Energiewende wegen des wohl unterschätzten Netzausbaus dem Unternehmen in die Karten spielt.

Was ist also in den vergangenen Tagen passiert?

Chip-Aktien insgesamt sind nach unten gelaufen. Das wiederum hat möglicherweise zur Folge, dass die Märkte angenommen haben, die Siemens Energy würde im KI-Rechenzentrumsgeschäft deutlich verlieren. Die Idee an sich war in keiner Weise plausibel. Unabhängig davon haben die Märkte allerdings entschieden, hier einzugreifen und Siemens Energy über alle Maßen abstürzen zu lassen.

Wenig erstaunlich ist allerdings, dass jetzt, nachdem am Donnerstag die Chip-Aktien wieder deutlich stärker geworden sind, Siemens Energy auch sofort den Weg wieder nach oben gefunden hat. Die Frage wird eher sein: In welche Richtung geht es allgemein mittel- und längerfristig?

Analysten sind der Auffassung, dass die Aktie deutlich mehr wert ist als aktuell. Das durchschnittliche Kursziel wird bei 195,08 Euro gesehen. Das wäre ein Aufschlag in Höhe von 40,67 % gegenüber den Notierungen, wie sie zuletzt zu sehen waren. Damit hat die Aktie sicherlich noch sehr viel Potenzial nach oben, da der Kurssturz hier neues Futter geliefert hat.

Analysten sind weiterhin zuversichtlich

Entscheidend sind allerdings vor allem auch die jüngeren Eindrücke der Analysten. Auch die jüngste Analyse der Bank of America, BofA, gibt einen guten Eindruck über das, was dieses Unternehmen und damit auch die Aktie ausmacht. Die BofA hat ihr Kursziel jüngst auf 250 Euro gestellt und dürfte damit den höchsten Kurszielansatz aller Analysten überhaupt haben.

Das allerdings wurde durchaus gut begründet. Am 5. Juni jedenfalls hieß es, dass die BofA davon ausgeht, Umfang und Dauer des Auftragswachstums sowie des Gewinnwachstums in Netzsegmenten würden beschränkt, hieß es. Das Netzgeschäft des Unternehmens befände sich a) in einem frühen Stadium der durch Rechenzentren getriebenen Aufträge. b) würde es sich zudem einer robusten Nachfrage der Versorger gegenübersehen (hier geht es um die Energiewende) Und c) würde es wegen der Rechenzentren eine, wie es hieß, Dynamik bei der Preisgestaltung erleben.

Das heißt, Siemens Energy könnte in diesem Segment offensichtlich auch mit höheren Preisen kalkulieren.

Insofern die Preise für alle Arten von Gaskraftwerksanlagen weiter steigen dürften und dieser Trend sich kurzfristig fortsetzen sollte, wurde, wie oben beschrieben, das Kursziel so in Richtung von 200 Euro taxiert.

Laut BofA wirkte auf die positive Einschätzung des Hauses auch der Umstand, dass das Management der Siemens Energy selbst von der Auftragsstärke im ersten Halbjahr 2026 überrascht gewesen sei. Der aktuelle Mittelfristplan des Unternehmens sei aus Sicht der BofA bei Weitem zu konservativ, und so würde die BofA ein Aufwärtspotenzial von 10 bis 17 % gegenüber dem bisherigen Konsens für das Konzern-EBITDA 2028/2030 sehen.

Der Kursabsturz ist erst einmal Geschichte

Unabhängig davon haben die Börsen dann, wie ebenfalls beschrieben, einen absoluten Einbruch für die Aktie vorangetrieben. Diese Problematik ist zumindest gestern wieder vom Tisch genommen worden. Es sieht eher so aus, als würde das Unternehmen jetzt auch an den Aktienmärkten wieder deutlich den Weg nach oben antreten. Alles wirkt wie ein größerer Irrtum der Aktinemärkte.

Chartanalysten sehen sicherlich gleichfalls Puffer nach oben, sofern die Aktie jetzt auch zumindest die Marke von 160 Euro wieder überwindet. Es sei daran erinnert, dass über 190 Euro bereits ein neues Allzeithoch erreichbar wäre. Da die Kursziele der Analysten noch etwas darüber liegen, scheint es aus Sicht diverser Experten keine schnell erreichten Grenzen zu geben. Die Kursverluste der vergangenen Tage jedenfalls sind nicht mehr relevant.

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