Donnerstagabend, kurz nach Börsenschluss, und Siemens Energy schickt eine Meldung raus, die der Aktie nochmal Feuer macht. Im regulären Xetra-Handel hatte sie schon rund 2,5 Prozent gewonnen, dann kamen die Zahlen, und vorbörslich legte die Aktie nochmal 4 Prozent drauf (Tradegate). Damit ist Siemens Energy inzwischen das drittwertvollste Unternehmen im DAX, hinter SAP und Siemens. Das war vor zwei Jahren noch undenkbar.
Prognose rauf, nochmal rauf
Der Vorstand um Christian Bruch hebt die Jahresziele für 2025/26 spürbar an. Beim Umsatz rechnet Siemens Energy jetzt mit einem bereinigten Wachstum von 14 bis 16 Prozent, bisher waren es 11 bis 13. Die operative Umsatzrendite vor Sondereffekten soll zwischen zehn und zwölf Prozent landen statt neun bis elf. Und beim Nettogewinn peilt der Konzern nun rund vier Milliarden Euro an, womit er am oberen Ende der bisher kommunizierten Spanne von drei bis vier Milliarden ankäme. Der freie Cashflow vor Steuern soll auf rund acht Milliarden Euro steigen, vorher waren bis zu fünf Milliarden das Ziel.
Der Treiber dahinter ist klar: Grid Technologies. Die Netztechnik-Sparte boomt, weil die Energiewende eben enorme Investitionen in Infrastruktur erfordert. Siemens Energy rechnet dort jetzt mit einem Umsatzsprung von 25 bis 27 Prozent, zuvor waren es 19 bis 21. Die operative Marge soll 18 bis 20 Prozent erreichen. Der Auftragseingang der Sparte legte im zweiten Quartal um 41 Prozent zu.
Siemens Energy AG Aktie Chart
Gamesa macht weniger Probleme
Auch beim langjährigen Sorgenkind Siemens Gamesa gibt es Bewegung. Der Verlust der Windkraft-Tochter schrumpfte von Januar bis März auf 44 Millionen Euro, nach 249 Millionen im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mehr erwartet. Beim Umsatz soll Gamesa nun drei bis fünf Prozent wachsen, bisher war das Ziel ein bis drei Prozent. Schwarze Null beim Ergebnis bleibt das Ziel, mehr verspricht Bruch nicht.
Umsatz und Gewinn verfehlt
Nicht alles glänzt. Der Quartalsumsatz stieg zwar auf 10,29 Milliarden Euro, blieb damit aber mehr als eine halbe Milliarde hinter dem Konsens zurück. Analysten hatten 10,8 Milliarden erwartet. Auch der Nettogewinn von 835 Millionen Euro enttäuschte, der Markt hatte im Schnitt mehr als 900 Millionen eingepreist. Gas Services und Grid Technologies überraschten beim Auftragseingang positiv, beim Gewinn blieben beide hinter den Erwartungen zurück.
Der Markt hat das alles eingepreist und trotzdem gekauft. Wer auf die verfehlten Quartalszahlen wartet, um günstig einzusteigen, könnte möglicherweise noch eine Weile vergeblich warten.
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