Nach den Verlusten vom Vortag ging es für die Siemens Energy-Aktie am Dienstagmorgen wieder aufwärts. So stieg der Dax-Titel um 2,3 % auf 152,2 Euro. Das 6-Monats-Minus verringerte sich damit auf -10,3 % (Stand: 25.08.2026, 9:15 Uhr).
Für Aufsehen sorgte am Dienstagvormittag eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach macht Siemens Energy seine Pläne für eine mögliche Abspaltung des Geschäftsbereichs Transformation of Industry (ToI) konkreter.
Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider berichtet, arbeitet der Energietechnikkonzern mit der US-Investmentbank Goldman Sachs daran, den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an dem Geschäft auszuloten. Der Aufsichtsrat soll noch am heutigen 25. August über das weitere Vorgehen beraten. Eine endgültige Entscheidung über einen Verkauf ist allerdings noch nicht gefallen.
Siemens-Energy-Aktie: Mehr als 10 Milliarden Euro möglich
Bei ToI handelt es sich um ein großes Geschäft mit zuletzt rund 5,7 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 15.000 Mitarbeitern. Neben Dampfturbinen gehören unter anderem Generatoren, Kompressoren und Wasserstoff-Elektrolyseure zur Sparte. Mehrere Finanzinvestoren sollen bereits Interesse prüfen. Genannt werden CVC, EQT und Bain Capital sowie Brookfield und KKR. Bei einem Verkauf könnte der Geschäftsbereich mit mehr als 10 Milliarden Euro bewertet werden.
Dass Siemens Energy über eine Trennung nachdenkt, hat einen strategischen Hintergrund. Konzernchef Christian Bruch hatte bereits Anfang August erklärt, dass ToI innerhalb des Konzerns um dieselben Kapitalressourcen konkurriere wie die Stromgeschäfte. Es gehe darum, für jedes Geschäft die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft zu schaffen, so Bruch.
Siemens-Energy-Aktie: Warum die Sparte verkauft werden könnte
Das Dampfturbinen-Geschäft gilt prinzipiell ebenfalls als chancenreich. Der steigende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, neue Fabriken und die zunehmende Elektrifizierung sorgt derzeit auch für Nachfrage nach konventioneller Stromerzeugung. Erst kürzlich vereinbarte Siemens Energy beispielsweise die Lieferung von 20 Dampfturbinen mit insgesamt 1 Gigawatt Leistung für ein Programm zur Stromversorgung von Rechenzentren.
Gerade deshalb könnte ein Verkauf für Siemens Energy interessant sein: Die Sparte könnte für einen Finanzinvestor attraktiv sein, während Siemens Energy selbst sein Kapital stärker auf die Bereiche konzentrieren könnte, in denen der Konzern derzeit besonders stark wächst – etwa Stromnetze, Übertragungstechnik und die Elektrifizierung.
Siemens Energy-Aktie: Was jetzt wichtig ist
Für Siemens Energy würde Verkauf zunächst vor allem einen hohen Geldbetrag einbringen. Gleichzeitig würde der Konzern aber auch ein Geschäft mit langfristigem Potenzial abgeben. Entscheidend dürfte deshalb sein, welchen Preis Siemens Energy erzielen kann und wie die künftige strategische Rolle der Sparte eingeschätzt wird.
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