Die Anleger können sich über die jüngste Kursentwicklung bei der Aktie von Siemens Energy nicht beschweren. Nachdem die Papiere des Energietechnik-Konzerns vor dem Wochenende noch auf 116 Euro zurückgefallen waren, haben sie sich nach einem weiteren Aufschlag von mehr als vier Prozent am Donnerstagvormittag in Frankfurt auf 135 Euro verbessert. Ein Plus von fast 14 Prozent in vier Handelstagen kann sich bei Siemens Energy sehen lassen. An anderer Stelle allerdings hat das Management aber womöglich einen milliardenschweren Fehler begangen.
Ehemalige SE-Tochter im Preis mehr als verzehnfacht
Denn wie Medien übereinstimmend berichten, übernimmt der US-Konzern GE Vernova die frühere Siemens-Energy-Tochter Trench. Die Hochspannungstechnologie des Unternehmens sei Voraussetzung für widerstandsfähige Stromnetze, die im aktuellen „Strom-Superzyklus“ gebraucht würden, wird GE-Vernova-Chef Scott Strazik vom Handelblatt zitiert. GE Vernova zahle umgerechnet etwa 8,4 Milliarden Euro (neun Milliarden Dollar) für Trench an den Finanzinvestor Triton.
Bis April 2024 war die Trench Group noch Teil des Siemens Energy-Konzerns, im Oktober 2023 gaben die Münchner bekannt, das Geschäft im Rahmen eines Carve-out an den Finanzinvestor Triton Partners zu veräußern. Die Krux:
- SE hatte Trench laut Wirtschaftswoche für weit weniger als ein Zehntel losgeschlagen
- „Berichten zufolge zahlte der Käufer einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag“
Habe Siemens Energy sein begehrtes Know-how und seine Kapazitäten also zu günstig verkauft und dabei eine einmalige Chance verpasst?, fragt man sich. „Jein“, lautet die Antwort.
Siemens Energy benötigte 2023 dringend Kapital
Die Probleme der eigenen Windsparte hatten Siemens Energy damals „in eine tiefe Finanzkrise gestürzt, und der Konzern musste teure Garantien für Bürgschaften des Bundes in Anspruch nehmen“, so das Wirtschaftsmagazin. Man habe in München erkannt, dass die Technik für Trench Investitionen brauche, um auf dem Markt mitzuhalten. „Doch das Geld hatte Siemens Energy gerade nicht übrig – im Gegenteil: Es brauchte dringend Kapital.“
Stand heute, 29. Oktober: Siemens Energy – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Siemens Energy investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 29. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
