Siemens Energy könnte beim Wiederaufbau und der Absicherung der ukrainischen Energieinfrastruktur eine größere Rolle übernehmen. Der Konzern hat mit dem staatlichen Energiekonzern Naftogaz eine Absichtserklärung geschlossen, die eine Zusammenarbeit bei Energiesicherheit, Gasspeichern und möglichen neuen Stromerzeugungsprojekten vorsieht.
Siemens Energy-Aktie: Gasspeicher und Kraftwerke im Fokus
Ein Schwerpunkt liegt auf den unterirdischen Gasspeichern der Ukraine. Beide Unternehmen wollen gemeinsam an der Modernisierung der dort eingesetzten Technik arbeiten und prüfen, welche weiteren Lösungen von Siemens Energy für die Speicher eingesetzt werden könnten.
Daneben könnten sich Chancen im Kraftwerksgeschäft ergeben. Geplant sind technische Beratungen über einen möglichen Einsatz von Gasturbinen von Siemens Energy sowie dazugehörigen automatisierten Steuerungssystemen. Konkrete Projekte oder Auftragsvolumina wurden bislang allerdings nicht vereinbart.
Siemens Energy-Aktie: Schutz vor Angriffen wird zum Geschäftsfeld
Die Zusammenarbeit geht über klassische Energietechnik hinaus. Siemens Energy und Naftogaz wollen Lösungen zum physischen Schutz kritischer Energieinfrastruktur entwickeln. Hinzu kommen Energie-Sicherheitsaudits, Risikoanalysen, Krisenvorbereitung, schnelle Wiederherstellung nach Schäden und Cybersicherheit.
Unterschrieben wurde die Vereinbarung bei einem deutsch-ukrainischen Wirtschaftstreffen, an dem unter anderem Wolodymyr Selenskyj und Friedrich Merz teilnahmen. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch bezeichnete die Vereinbarung als Ausdruck eines langfristigen Engagements für eine widerstandsfähigere ukrainische Energieversorgung.
Zur Einordnung: Für Siemens Energy eröffnet die Vereinbarung mehrere potenzielle Geschäftsfelder gleichzeitig, von Gasspeichertechnik und Gasturbinen bis zu Steuerungssystemen und Lösungen zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Entscheidend ist allerdings: Es handelt sich zunächst um ein Memorandum of Understanding und noch nicht um konkrete Aufträge. Für spätere Projekte wollen beide Seiten verschiedene Finanzierungsmodelle prüfen, darunter internationale Finanzinstitutionen, Entwicklungsbanken und Exportkreditagenturen.
Die Siemens Energy-Aktie verlor am Dienstagmorgen 0,4 % auf 144,7 Euro. Auf 6-Monats-Sicht stand ein Minus von 3,2 % auf dem Kurszettel (Stand: 06.10.2026, 9:00 Uhr).
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