Siemens Energy-Aktie: Das gab es lange nicht!

Die Anleger reagieren positiv auf die Quartalszahlen von Siemens Energy. Vor allem ein Ergebnis sorgte für gute Stimmung beim Energietechnik-Konzern.

Auf einen Blick:
  • Die Aktie von Siemens Energy springt am Mittwoch nach Quartalszahlen an
  • Rekordwerte bei Aufträgen und Umsatz, die erhöhte Prognose bestätigt
  • Vor allem die Windkrafttochter Siemens Gamesa sorgt für Auftrieb
  • Erstmals seit 2022 schreibt die Konzerntochter wieder schwarze Zahlen

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit einem ordentlichen Aufschlag von fast vier Prozent auf 156,74 Euro ist die Aktie von Siemens Energy in den Mittwochshandel auf Xetra gestartet. Es war die Reaktion der Märkte auf die am frühen Morgen veröffentlichten Quartalszahlen des Energietechnik-Konzerns. Ein Rekordergebnis war allgemein erwartet worden, ein anderer Umstand aber gab der Siemens-Energy-Aktie wohl den zusätzlichen Push: Eine Konzerntochter hatte Gewinn gemacht, das gab es lange nicht.

Siemens Gamesa macht wieder Gewinn

Denn tatsächlich hat Windkrafttochter Siemens Gamesa erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder schwarze Zahlen geschrieben und liegt laut Management im Plan, in 2026 den Break-even zu erreichen. Die starke Cashflow-Entwicklung setzte sich demnach fort. Man gehe bei Siemens Gamesa von einem vergleichbaren Wachstum der Umsatzerlöse von 3 bis 5 Prozent aus, heißt es.

Insgesamt hat Siemens Energy sein profitables Wachstum im dritten Quartal weiter beschleunigt und nach eigenen Angaben Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatzerlösen und Profitabilität erzielt. „Die Aufträge waren erneut vor allem durch die Nachfrage aus den USA begünstigt“, wie es heißt. Die Aufträge erreichten demnach mit 17,9 Mrd. € zum wiederholten Mal ein Rekordniveau.

Gas Services Wachstumstreiber bei Siemens Energy

Weitere Wachstumstreiber waren ein erneuter Rekordauftragseingang bei Gas Services sowie starke Zuwächse bei Grid Technologies und Transformation of Industry. Siemens Energy erzielte laut Mitteilung zudem die bisher höchsten Quartalsumsatzerlöse, unterstützt durch die Fortschritte bei der Kapazitätsausweitung. Im Vorjahresvergleich erhöhten sich die Umsatzerlöse auf vergleichbarer Basis (ohne Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte) um 18,5 Prozent auf 11,4 Mrd. €.

  • Das Ergebnis vor Sondereffekten hat sich mit 1.623 Mio. € gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht (Q3 GJ 2025: 497 Mio. €), so der Quartalsbericht
  • Auch der Gewinn nach Steuern stieg bei Siemens Energy den Angaben sehr stark und betrug 1.188 Mio. € (Q3 GJ 2025: 697 Mio. €)

Siemens Energy bestätigt Prognose

Alle Segmente verzeichneten demnach starke Verbesserungen, den größten Beitrag leistete mit einer Ergebnisverbesserung um mehr als 500 Millionen Euro tatsächlich Siemens Gamesa. Und so bestätigte Siemens Energy die nach Ende des ersten Halbjahrs erhöhte Prognose für das Geschäftsjahr 2026.

„Auch im dritten Quartal hält die weltweit starke Nachfrage nach Strom und damit nach unseren Produkten weiterhin an“, kommentiert Christian Bruch, CEO der Siemens Energy AG, die Zahlen. Man habe Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatzerlösen und Profitabilität erzielt und zugleich die Effizienz verbessert. „Dass unser Windgeschäft erstmals seit 2022 in einem Quartal wieder profitabel ist, ist eine fantastische Leistung des Teams“, lobte er.

Analysten vorab mit zumeist hohen Kurszielen

Noch haben sich die Analysten mit Ausnahme der kanadischen RBC, die ihr Kursziel von 210 Euro bestätigte, nicht zu den Quartalszahlen von Siemens Energy geäußert. Die Erwartungen allerdings waren fast durchweg positiv, wie die jüngsten Prognosen für die Aktie aus dem Juli zeigen.

  • JP Morgan: 235,00 Euro
  • UBS: 210,00 Euro
  • Jefferies: 215,00 Euro

Nur zwei waren bei Siemens Energy skeptisch

Während also die Analystenmehrheit von weiter astiegenden Kursen ausging, gab es jedoch auch zwei Zweifler. So hatte Vlad Sergievskii von der britische Investmentbank Barclays das Kursziel für Siemens Energy Mitte Juli zwar von 110 auf 130 Euro angehoben, die Aktien aber von „Equal Weight“ auf „Underweight“ abgestuft. Die Papiere preisten bereits ein, dass der beste Geschäftszyklus einer ganzen Generation für immer anhalte, mahnte er.

Ähnlich skeptisch äußerten sich die Experten vom US-Analysehauses Morningstar, die zwar ein weiteres starkes Quartal bei Siemens Energy erwarten, wie sie an diesem Montag schrieben. Sie gingen jedoch davon aus, „dass die derzeit außergewöhnlich hohen Margen in den Bereichen Netztechnologien und Gasdienstleistungen eher konjunkturbedingt als dauerhaft sind“. In der Folge behielten sie ihr bescheidenes Kursziel von 140 Euro bei.

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