Siemens Energy-Aktie: Brutales Desaster voraus?

Siemens Gamesa-Chef warnt vor fehlenden Aufträgen für europäische Werke. EU verfehlt derweil Offshore-Windziel wohl um 40 Gigawatt.

Auf einen Blick:
  • Windtochter meldet drohende Werksprobleme
  • EU-Ziel bei Offshore-Wind verfehlt
  • Mutterkonzern erlebt Superzyklus bei Gasturbinen
  • Gamesa plant Sprung in Gewinnzone

Die Windkraft-Tochter von Siemens Energy warnt vor drohenden Kapazitätskürzungen: Laut einem Reuters-Bericht hat der Chef von Siemens Gamesa, Vinod Philip, betont, dass fehlende Folgeaufträge die europäischen Produktionswerke ab 2028 in ernste Schwierigkeiten bringen könnten.

Während die Muttergesellschaft Siemens Energy einen historischen Superzyklus bei Stromnetzen und Gasturbinen erlebt, schlägt die Windkrafttochter also Alarm.

Siemens Energy-Aktie: 40 Gigawatt fehlen zum EU-Ziel 2030

Die EU ist derzeit rund 40 Gigawatt von ihrem Offshore-Windziel von 120 Gigawatt bis 2030 entfernt. In Deutschland allein sind Projekte mit einem Gesamtvolumen von 16 Gigawatt gefährdet. Als Ursachen nennt Philip langwierige Genehmigungsverfahren, verzögerte Netzanschlüsse und regulatorische Hürden, die Projektentwickler zunehmend zur Zurückhaltung bewegen.

Philip warnte, die Lage sei noch keine existenzielle Bedrohung, könne es aber werden. Ohne neue Großaufträge würden die Werke wahrscheinlich personell verkleinert werden müssen – Fabrikschließungen seien allerdings nicht das wahrscheinlichste Szenario. Die europäische Windenergie-Lieferkette habe im Vertrauen auf die 2030-Ziele bereits 14 Milliarden Euro investiert. Geld, das nun ohne ausreichende Projektpipeline keine Auslastung finden könnte.

Siemens Energy-Aktie: Gespaltenes Bild beim Mutterkonzern

Das Bild bei Siemens Energy könnte kaum gegensätzlicher sein: Während Konzernchef Christian Bruch einen Superzyklus bei Gasturbinen feiert – angetrieben durch den Strombedarf von KI-Rechenzentren – kämpft Siemens Gamesa mit einem drohenden Preiskampf und sinkenden Auftragsaussichten ab 2028. Investoren, die auf eine Abspaltung oder einen Verkauf der Windsparte drängen, bekräftigte Bruch erneut eine Absage.

Siemens Gamesa ist der weltweit größte Hersteller von Offshore-Windturbinen, betreibt sechs Produktionswerke in Europa und beschäftigt auf dem Kontinent rund 20.000 Menschen. Immerhin: Die Sparte, die jahrelang aufgrund von Qualitätsproblemen auf den Konzerngewinn drückte, plant für das laufende Jahr den Sprung in die Gewinnzone.

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