Mit einem Minus von 4,8 % ist Siemens Energy am Montag noch tiefer in den Abwärtstrend geraten. Die Aktie krachte unter die Marke von 140 Euro und fiel auf 137,80Euro. Innerhalb von fünf Handelstagen summiert sich das Minus damit auf 7,5 %, in den vergangenen vier Wochen hat der Titel bereits mehr als 15 % eingebüßt.
Auch die längerfristigen technischen Marken sind inzwischen weit entfernt. Zur 100-Tage-Linie fehlen 30,4 %, zum GD200 beträgt der Abstand 9,4 %. Der jüngste Kursrutsch hat die technische Lage damit erheblich verschlechtert. Eine konkrete neue Unternehmensmeldung, die den Einbruch zum Wochenauftakt erklären würde, gab es allerdings nicht.
Umbau spielt keine Rollle mehr
Die Märkte beschäftigen sich weiterhin mit dem geplanten Umbau des Konzerns. Der Bereich Transformation of Industry soll eigenständiger aufgestellt werden. Die Veränderungen werden an der Börse offenbar noch nicht als abgeschlossenes Thema betrachtet, zumal Siemens Energy nach dem starken Kursanstieg der vergangenen Jahre inzwischen mit hohen Erwartungen bewertet wird.
Hinzu kommen Fragen rund um das Geschäft mit der Energieversorgung von KI-Rechenzentren. Der enorme Strombedarf neuer Rechenzentren hatte die Erwartungen an Netztechnik, Gasturbinen und weitere Energieinfrastruktur kräftig erhöht. Zuletzt sind jedoch Zweifel aufgekommen, ob Siemens Energy in diesem Geschäft dauerhaft in demselben Umfang profitieren kann, den der Markt zuvor eingepreist hatte.
Auch Siemens Gamesa bleibt ein Risikofaktor. Das Windkraftgeschäft hat sich zwar gegenüber den schwierigsten Phasen stabilisiert, mögliche operative Probleme und weitere Kosten bleiben für die Bewertung des Gesamtkonzerns relevant. Neue Hinweise auf eine deutliche Verschlechterung nach den jüngsten Quartalszahlen hat Siemens Energy allerdings nicht veröffentlicht.
Siemens Energy Aktie Chart
Der Kursrutsch fällt deshalb vor allem durch seine Geschwindigkeit auf. Mehr als 15 % Verlust innerhalb von vier Wochen und ein Abstand von 30,4 % zur 100-Tage-Linie zeigen, wie stark sich der Verkaufsdruck inzwischen aufgebaut hat. Die Bewegung setzt sich derzeit ohne einen vergleichbar starken neuen fundamentalen Auslöser fort.
Von den Analysten kommt bislang keine entsprechende Neubewertung. Das durchschnittliche Kursziel liegt weiterhin bei mehr als 196 Euro. Vom Montagskurs bei 137,80 Euro aus entspricht das einem rechnerischen Potenzial von knapp 39 %.
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