Lange galt Siemens Energy als schwerfälliger Riese. Ein Konglomerat mit zu vielen Baustellen. Das ändert sich gerade massiv. Der Markt preist einen massiven Umbau ein. Die Aktie spiegelt diese neue Fantasie wider. Mit einem Plus von gut 37 Prozent seit Jahresanfang honorieren Investoren den Strategiewechsel.
Der rote Faden ist die Entflechtung. Das Management prüft offenbar die Trennung vom Bereich „Transformation of Industry“. Egal ob Verkauf, Börsengang oder Fusion. Das Ziel: Weniger Komplexität. Mehr Fokus auf das profitable Kerngeschäft der Elektrifizierung.
Analysten der Bank of America und der Deutschen Bank begrüßen das. Sie sehen in einem Spin-off der Kompressoren- und Turbinensparte einen echten Kurstreiber. Siemens Energy will die Bewertungslücke zum US-Rivalen GE Vernova schließen. Ein schlankeres Profil bringt Transparenz. Genau das elektrisiert den Markt.
Das Windkraft-Dilemma
Bleibt das ewige Sorgenkind Siemens Gamesa. Zieht sich der Konzern in den nächsten zwei Jahren wirklich aus dem Onshore-Windgeschäft zurück? Ein solcher Schritt würde die Sanierung drastisch beschleunigen. Der Fokus läge dann voll auf dem Offshore-Bereich.
Dort beweist das Unternehmen bereits Handlungsfähigkeit. Trotz hoher Zinsen und knapper Lieferketten gewinnt Siemens Energy Großaufträge. Jüngstes Beispiel: Der Zuschlag für den Offshore-Konverter „North Sea Connector 2“. Das untermauert die Marktführerschaft bei der Netzinfrastruktur.
Charttechnik spiegelt Optimismus
Die Börse belohnt diesen klaren Kurs. Allein in den vergangenen sieben Tagen kletterte das Papier um zehn Prozent.
Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein massiver Zuwachs von rund 96 Prozent. Am Freitag ging die Aktie bei 168,88 Euro aus dem Handel.
Damit kämpft der Titel direkt an der viel beachteten 50-Tage-Linie. Diese verläuft aktuell bei 169,31 Euro.
Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Widerstand rückt das 52-Wochen-Hoch wieder in den Fokus. Bis zu dieser Marke fehlen aktuell knapp 14 Prozent. Die hohe Volatilität von fast 57 Prozent zeigt aber: Rückschläge bleiben einkalkuliert.
Der Umbau zum fokussierten Technologieführer nimmt konkrete Formen an. Ende Juni steht der nächste wichtige Termin im Kalender. Beim „Pre-Close-Call“ erwarten Investoren weitere Details zur operativen Entwicklung. Liefert das Management hier belastbare Zahlen zur Profitabilität, untermauert das die Abkehr vom alten Konglomerats-Modell. Die Abspaltungspläne liefern den strategischen Rahmen für die zweite Jahreshälfte.
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