Amazon stößt mehr CO2 aus, Google verbraucht massiv mehr Strom. Der Hunger der Künstlichen Intelligenz nach Energie wächst rasant. Für Siemens Energy erweist sich diese Entwicklung als gewaltiger Wachstumstreiber.
KI-Rechenzentren als Taktgeber
Hyperscaler bauen ihre Infrastruktur massiv aus. Das treibt die weltweite Nachfrage nach zuverlässiger Stromerzeugung. Ein Blick zur Konkurrenz zeigt die Dimensionen. Das Gasturbinenwerk von GE Vernova ist bereits bis ins Jahr 2029 ausgebucht. Erste Bestellungen reichen sogar bis 2031.
Siemens Energy bietet exakt diese hocheffizienten Gasturbinen und Netzanschlusslösungen an. Der Münchener Konzern profitiert direkt von dieser globalen Investitionswelle.
Software bringt die Marge
Parallel zum Kraftwerksbau wächst das Geschäft mit den Stromnetzen. Wetterabhängige erneuerbare Energien erfordern intelligente Steuerungen. Ein neuer Marktbericht erwartet für die Netzautomatisierung ein jährliches Wachstum von knapp acht Prozent bis 2035.
Die Folge: Der Software-Anteil in den Systemen steigt. Bis zum Jahr 2035 soll er rund 40 Prozent erreichen. Das verspricht deutlich höhere Gewinnmargen für die Sparte Grid Technologies. Ein Flaschenhals bleibt bestehen. Die Lieferzeiten für wichtige Halbleiter betragen weiterhin bis zu 40 Wochen.
Starke Kursentwicklung
Die operativen Perspektiven spiegeln sich im Aktienkurs wider. Am Freitag schloss das Papier bei 167,88 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von rund 37 Prozent auf der Anzeigetafel.
Technische Indikatoren stützen dieses Niveau. Der Kurs verläuft nahezu punktgleich mit der 50-Tage-Linie. Vom wichtigen 200-Tage-Durchschnitt hat sich der Wert deutlich nach oben abgesetzt. Der RSI signalisiert mit einem Wert von 54 eine neutrale Marktphase.
Hürden beim Netzausbau
Investoren achten nun auf das Tempo der Großprojekte. Regulatorische Hürden bremsen den Ausbau teilweise aus. Allein im vergangenen Jahr scheiterten in den USA 48 Rechenzentrumsprojekte. Der Grund waren lokale Proteste oder fehlende Netzkapazitäten.
In Europa verschärfen neue Effizienzgesetze die Lage. Betreiber müssen höhere Anforderungen erfüllen. Für Siemens Energy birgt das jedoch handfeste Chancen. Die Nachfrage nach hocheffizienter Technik dürfte durch diese Vorgaben weiter steigen.
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