Siemens Energy Aktie: 2,6-Gigawatt-Auftrag aus dem Oman

Siemens Energy erhält Großauftrag aus Oman, während Barclays die Aktie herabstuft. Analysten uneins über die künftige Entwicklung des Turbinengeschäfts.

Auf einen Blick:
  • 2,6-Gigawatt-Auftrag aus dem Oman
  • Barclays senkt Einstufung auf Underweight
  • Aktie verliert 2,62 Prozent am Freitag
  • Quartalszahlen am 5. August erwartet

Neue Milliardenaufträge auf der einen Seite, eine Herabstufung von Barclays auf der anderen. Bei Siemens Energy prallen diese Woche zwei gegensätzliche Signale aufeinander. Die Aktie schloss am Freitag bei 152,44 Euro und verlor 2,62 Prozent.

Großauftrag aus dem Oman

Siemens Energy sichert sich einen 2,6-Gigawatt-Auftrag aus dem Oman. Der Vertrag umfasst zusätzlich langfristige Serviceleistungen. Solche Service-Erlöse gelten bei Investoren als besonders wertvoll, weil sie Umsatzschwankungen im Neugeschäft abfedern.

Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Großprojekten der vergangenen Tage ein. Erst kürzlich hatte der Konzern einen Nordsee-Konverter an Land gezogen. Die Anlage soll Ende 2034 in Betrieb gehen.

Der Nordsee-Auftrag sichert über 500 langfristige Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern. Siemens Energy fertigt die Kernkomponenten wie Transformatoren und Konverter in Nürnberg und Berlin. Rund 95 Prozent der Wertschöpfung bleiben damit in Deutschland.

Barclays sieht den Zenit erreicht

Trotz der positiven Auftragsnachrichten bleibt Barclays skeptisch. Analyst Vlad Sergievskii stufte die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab. Er hob zwar sein Kursziel von 110 auf 130 Euro an, dieses liegt aber weiterhin deutlich unter dem damaligen Aktienkurs.

Die Begründung: Das Gasturbinengeschäft habe seinen operativen Höhepunkt erreicht. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Barclays zwar einen Rekord beim freien Cashflow von rund 7,62 Milliarden Euro. Danach drohe jedoch eine Normalisierung der Nachfrage. Die Bank verweist zudem auf die zuletzt eingesammelten Bestellungen von insgesamt 50 Gigawatt.

Andere Häuser sehen das Bild deutlich optimistischer. Die kanadische Bank RBC hatte ihr Kursziel zuletzt angehoben und die Einstufung „Outperform“ bestätigt. JPMorgan hält ebenfalls an einer positiven Haltung fest.

Schweigen bis zum 5. August

Für frische offizielle Aussagen des Managements müssen sich Anleger nun gedulden. Seit dem 1. Juli gilt die offizielle Quiet Period. Bis zum nächsten Quartalsbericht äußert sich der Vorstand nicht mehr öffentlich zum Geschäftsverlauf.

Am Kursbild zeigt sich die Nervosität bereits deutlich. Die Aktie notiert rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro vom April. Der jüngste Rücksetzer der vergangenen Woche von 9,20 Prozent zeigt, wie sensibel der Markt auf divergierende Analystenmeinungen reagiert.

Zwischen Barclays‘ Kursziel von 130 Euro und den optimistischeren Einschätzungen von RBC und JPMorgan klafft aktuell eine ungewöhnlich breite Spanne. Trotz des Rücksetzers steht gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 69,42 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt der Wert bei 24,14 Prozent im Plus.

Am 5. August legt Siemens Energy die Zahlen zum dritten Quartal vor. Erst dann zeigt sich, ob die Auftragsdynamik aus Nahost und Nordsee die von Barclays befürchtete Normalisierung widerlegen kann.

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