Siemens Energy liefert operativ starke Argumente, trotzdem kippt die Aktie zum Wochenschluss nach unten. Der Konzern zieht Aktienrückkäufe vor, weil der Cashflow kräftig anspringt. Das macht die Lage interessant: Im Geschäft läuft vieles rund, am Markt wird nach der starken Rally aber genauer sortiert.
Rückkäufe rücken nach vorn
Für das laufende Geschäftsjahr will Siemens Energy bis zu eine Milliarde Euro mehr für Aktienrückkäufe einsetzen. Am Gesamtvolumen des Programms bis 2028 von sechs Milliarden Euro ändert sich nach Unternehmensangaben nichts.
Das ursprünglich für 2025/26 vorgesehene Rückkaufvolumen von zwei Milliarden Euro ist fast ausgeschöpft. Offen sind nur noch rund 200 Millionen Euro.
In der jüngsten Meldewoche kaufte der Konzern knapp 800.000 Aktien zurück. Seit März summiert sich die Zahl der erworbenen Papiere auf rund 11,6 Millionen.
Zusammen mit der im März gezahlten Dividende von 0,6 Milliarden Euro ergäbe sich bei voller Ausschöpfung der neuen Jahresplanung eine Kapitalrückgabe von 3,6 Milliarden Euro. Der Treiber dahinter ist klar: Siemens Energy hat mehr finanzielle Luft als zuvor erwartet.
Cashflow und Aufträge tragen
Der Cashflow vor Steuern sprang im jüngsten Quartal um 42 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Dazu trugen auch Anzahlungen für Aufträge bei, also Geldzuflüsse, bevor die entsprechenden Projekte vollständig abgearbeitet sind.
Der Auftragseingang zeigt, warum der Markt den Konzern fundamental weiter ernst nimmt. Er stieg auf 17,749 Milliarden Euro, nach 14,433 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Plus von 29,5 Prozent.
Finanzchefin Maria Ferraro verweist auf strukturelle Nachfrage aus Elektrifizierung, Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Große Teile des Geschäfts seien bis 2030 und darüber hinaus ausgelastet. Das stützt die Planung, erhöht aber auch den Druck auf Umsetzung und Margen.
Für 2026 stellt Siemens Energy ein organisches Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent in Aussicht. Die Marge vor Sonderposten soll zehn bis zwölf Prozent erreichen.
Besonders auffällig bleibt die Cashflow-Prognose. Nach 4,9 Milliarden Euro im ersten Halbjahr rechnet der Konzern für das Gesamtjahr mit rund acht Milliarden Euro.
Aktie korrigiert trotz höherer Ziele
Am Freitag schloss die Aktie bei 169,02 Euro, ein Tagesminus von 5,07 Prozent; auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Rückgang von 5,10 Prozent.
Der Rücksetzer wirkt vor allem deshalb auffällig, weil die übergeordnete Entwicklung stark bleibt. Die Aktie hatte in den vergangenen Monaten bereits viel operative Verbesserung eingepreist.
Seit Jahresanfang liegt das Papier weiter 37,64 Prozent im Plus, auf Sicht von zwölf Monaten sogar 123,34 Prozent. Zum 200-Tage-Durchschnitt besteht noch ein Abstand von 30,59 Prozent.
Mehrere Banken sehen dennoch Luft nach oben. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel von 185 auf 212 Euro und verwies auf neue Mittelfristziele, die zum Ende des laufenden Geschäftsjahres erwartet werden.
JPMorgan zog das Kursziel von 200 auf 225 Euro an. Berenberg und Deutsche Bank Research liegen jeweils bei 200 Euro.
Im November will das Management aktualisierte Ziele bis 2030 vorlegen. Bis dahin richtet sich der Blick auf die Abarbeitung des Auftragsbestands von 154 Milliarden Euro und auf Fortschritte bei Siemens Gamesa. Gelingt dort die Wende, hätte der Konzern mehr als nur hohe Nachfrage auf seiner Seite.
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