Der Münchener Technologiekonzern Siemens verzeichnet weiteren Zuspruch im Bahnsektor. Medienberichten zufolge sicherte sich die Mobilitätssparte Siemens Mobility gestern einen neuen Großauftrag des Vermieters Railpool. Die Vereinbarung umfasst die Festbestellung von 80 Lokomotiven des Typs Vectron X sowie eine Option über 20 weitere Einheiten.
Der Zukauf unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage nach modernen Schienenfahrzeugen im europäischen Güter- und Personenverkehr. Am Aktienmarkt reagierte das Papier am gestrigen Mittwoch mit einem moderaten Rücksetzer von 1,1 Prozent auf einen Schlusskurs von 272,10 Euro. Damit liegt der Kurs rund 6,7 Prozent unter dem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 291,55 Euro.
Solide Basis durch Rekordwerte im dritten Quartal
Das Neugeschäft knüpft an die operative Dynamik des zurückliegenden Geschäftsverlaufs an. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das den Zeitraum von April bis Ende Juni umfasst, verbuchte der Konzern einen Zuwachs beim Auftragseingang um 14 Prozent auf den Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro. Der Quartalsumsatz stieg zeitgleich um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro.
Aufgrund dieser soliden Entwicklung passte das Management am 6. August die Jahresprognose für das Gesamtjahr 2026 an. Für das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationen peilt Siemens nun eine Spanne von 11,20 bis 11,50 Euro an, nachdem zuvor 10,70 bis 11,10 Euro veranschlagt worden waren.
Wesentliche Impulse lieferte dabei der Bereich Smart Infrastructure. Auch dort wurden am 6. August die Zielwerte nach oben korrigiert. Der Bereich rechnet im Geschäftsjahr 2026 mit einem Umsatzwachstum zwischen 10 und 11 Prozent sowie einer Marge von 18,5 bis 19,5 Prozent.
Kontinuierliche Aktienrückkäufe und Fokus auf Industrie-KI
Neben dem operativen Auftragsausbau stützt das Unternehmen den Kurs über laufende Kapitalmaßnahmen. Im Rahmen des am 1. Juli gestarteten Rückkaufprogramms erwarb Siemens in der Woche vom 14. bis 20. September weitere 326.900 eigene Anteile. Seit Programmbeginn beläuft sich das kumulierte Volumen damit auf 3.609.890 zurückgekaufte Aktien.
Strategisch richtet der Konzern den Fokus parallel verstärkt auf industrielle Software-Lösungen. Im Rahmen einer erweiterten Partnerschaft mit NVIDIA treibt das Unternehmen ein industrielles KI-Betriebssystem für durchgängige Wertschöpfungsketten voran.
Die entsprechende Software für digitale Zwillinge steht auf dem konzerneigenen Marktplatz bereit, ergänzt durch die Ankündigung von neun industriellen Assistenten. Langfristig zielt die Kooperation auf vollständig KI-gesteuerte Fertigungsstätten ab 2026 ab, wobei das unternehmenseigene Elektronikwerk in Erlangen als erster Referenzstandort fungiert.
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