Siemens Aktie: MERMEC-Übernahme bis Jahresende geplant

Siemens vereinbart Übernahmen von VON Precision Innovations und MERMEC, während die Aktie nahe dem 52-Wochen-Hoch notiert.

Auf einen Blick:
  • VON Precision Innovations ergänzt Siemens-Software
  • MERMEC erweitert Siemens Mobility im Bahnbereich
  • Aktie 1,1 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
  • Siemens Energy genehmigt Spartenverselbstständigung

Siemens erweitert sein Portfolio mit zwei Übernahmen, die unterschiedliche Sparten des Konzerns stärken sollen. Während die Aktie sich nahe ihrem 52-Wochen-Hoch hält, arbeitet der Konzern im Hintergrund an strategischen Zukäufen in der Softwareentwicklung und der Bahntechnik.

EDA-Softwarehersteller VON Precision Innovations kommt hinzu

Siemens hat im Juli die Übernahme des Elektronik-Design-Automation-Unternehmens VON Precision Innovations vereinbart. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Details zum Kaufpreis nannte der Konzern nicht. Die Übernahme fügt sich in die Softwarestrategie von Siemens ein, das sein Digital-Industries-Geschäft kontinuierlich um Spezialanbieter für Halbleiter- und Elektronikentwicklung ergänzt.

Milliardendeal bei Siemens Mobility für Bahntechnik

Bereits im Mai hatte Siemens Mobility die Übernahme der italienischen MERMEC vereinbart, eines Anbieters von Signal-, Diagnose- und Messtechnik für Bahnnetze. Der Abschluss ist für Ende des Jahres geplant.

Zum Kaufpreis machten die beteiligten Unternehmen offiziell keine Angaben – die Parteien hatten ausdrücklich vereinbart, die finanziellen Konditionen der Transaktion nicht offenzulegen. Medienberichten zufolge kursierte im Zusammenhang mit dem Deal eine Größenordnung von rund 1,2 Milliarden Euro, aus offizieller Quelle lässt sich diese Zahl jedoch nicht bestätigen.

Für Siemens Mobility passt der Zukauf ins Bild: Die Sparte baut ihr Angebot rund um Diagnose- und Messtechnik für Schienennetze aus, ein Geschäft mit wiederkehrenden Wartungs- und Serviceerlösen.

Kurs nahe Rekordniveau

Die Aktie notiert aktuell bei 287,95 Euro und damit nur 1,1 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das erst vor wenigen Wochen erreicht wurde.

Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 20 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 24 Prozent. Der Titel liegt damit deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 251,91 Euro, ein Zeichen für den intakten längerfristigen Aufwärtstrend.

Die jüngste Stärke des Kurses erklärt sich vor allem aus der Anfang August angehobenen Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr, die den Titel seither um 4,4 Prozent nach oben getrieben hat. Die beiden Übernahmen selbst lösten keine unmittelbare Kursreaktion aus, unterstreichen aber die operative Dynamik, mit der Siemens sein Portfolio in Software und Bahntechnik gezielt ausbaut.

Konzernumbau bei der Tochter Siemens Energy

Parallel zu den eigenen Zukäufen sortiert die Tochter Siemens Energy ihr Portfolio neu. Der Aufsichtsrat genehmigte am Dienstag die Verselbstständigung der Sparte „Transformation of Industry“, zu der Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäfte mit rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz und 17.000 Mitarbeitern gehören.

Laut Handelsblatt erklärte Siemens-Energy-Chef Bruch, der Konzern wolle sich künftig auf Stromerzeugung und -übertragung fokussieren. Bloomberg berichtete zudem, dass Goldman Sachs die Bank beim Verkaufsprozess berät und mehrere Finanzinvestoren, darunter CVC Capital Partners, EQT und KKR, Interesse an einem Gebot zeigen sollen; die Bewertung der Sparte liege bei über 10 Milliarden Euro.

Für Siemens-Anleger bleibt die Muttergesellschaft von diesen Entwicklungen bei der Tochter operativ unberührt, sie zeigen aber, dass im gesamten Konzernumfeld derzeit Portfoliobereinigungen und gezielte Zukäufe im Vordergrund stehen – ein Muster, das sich sowohl bei Siemens selbst als auch bei der Energiesparte wiederholt.

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