Eine über sechs Jahre laufende Zahlung endet früher als geplant. Siemens Energy verschwindet als Markenname und firmiert künftig als Omterra — und nimmt damit eine verlässliche Einnahmequelle des früheren Mutterkonzerns Siemens mit sich.
Der Energietechnikkonzern teilte am Dienstag mit, dass unter dem neuen Namen sowohl das bisherige Kerngeschäft als auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa Renewable Energy zusammengeführt werden. Der Namenswechsel hat einen konkreten finanziellen Hintergrund: Seit der Abspaltung von Siemens im Jahr 2020 zahlte der Energiekonzern jährlich 1,2 Prozent seines Umsatzes für die Nutzung der Marke — eine Summe im dreistelligen Millionenbereich. Mit dem Markenwechsel fällt diese Zahlung an Siemens früher weg als ursprünglich vorgesehen.
JPMorgan sieht Margenvorteil für Omterra
Für Omterra selbst bewertet JPMorgan den Schritt positiv. Die Bank erwartet, dass sich die Margenverbesserung durch den Wegfall der Lizenzgebühr früher einstellt als bislang kalkuliert. Für Siemens bedeutet der gleiche Vorgang das Gegenteil: eine planbare Einnahmequelle versiegt vor dem ursprünglich vereinbarten Zeitpunkt. Angesichts der Konzerngröße dürfte der Effekt auf die Gesamtbilanz allerdings begrenzt bleiben.
Während sich diese Personalie im Hintergrund abspielt, richten Analysten den Blick auf die eigentliche Transformationsgeschichte des Konzerns. Bernstein Research sieht in Siemens weiterhin einen unterschätzten Titel. Die Analysten verweisen auf den laufenden Konzernumbau und eine mögliche konjunkturelle Erholung in Deutschland als entscheidende Hebel für Wachstum und Profitabilität in den kommenden Quartalen.
Der Wegfall der Lizenzzahlung ist damit vor allem ein Randaspekt der größeren Siemens-Energy-Geschichte. Für Siemens selbst bleibt die eigentliche Frage, ob der Konzernumbau die von Bernstein skizzierten Effekte tatsächlich liefert — die Antwort dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen ablesen lassen.
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