Siemens führt den DAX an diesem Dienstag auf der Verliererseite an. Die Aktie verliert fast vier Prozent und ist damit größter Indexverlierer. Auslöser ist weniger ein Siemens-spezifisches Ereignis als eine breite Neubewertung von Werten mit Rechenzentrums-Fantasie.
Rechenzentren unter Druck
Am Markt wächst die Sorge, wie lange die enormen KI-Investitionen noch Erträge abwerfen. Betroffen sind neben Siemens auch Siemens Energy und Hochtief, die vom Ausbau der Rechenzentren profitieren sollen. Infineon gab ebenfalls nach, die Aktie verlor 2,5 Prozent.
Bemerkenswert: Selbst rekordhohe Auftragseingänge des Konkurrenten ABB halfen nicht. Sie konnten die Stimmung im Industriesektor nicht aufhellen. Marktteilnehmer blicken zudem auf die bald anstehenden Quartalszahlen von Microsoft, Alphabet und Apple. Sie dürften zeigen, ob die Tech-Konzerne ihre Ausgaben weiter hochfahren.
AllianceBernstein-Experte Nelson Yu beschreibt die Lage so: Die lange gültige KI-Euphorie treffe nun auf „Zinsrealität“. Hinzu kommen hohe Energiepreise und Unruhen in Frankreich, die den Anleihemarkt verunsichern. Die LBBW verweist darauf, dass die Ausschreitungen die Haushaltskonsolidierung dort erschweren.
DAX unter Druck
Der Leitindex verlor im Morgenhandel fast ein Prozent und fiel auf rund 25.075 Punkte. Damit rutschte er unter den 21-Tage-Durchschnitt. Der am Freitag versuchte Ausbruch aus dem Korrekturtrend, der Ende August mit dem Rekordhoch begonnen hatte, wackelt damit.
Charttechnisch gelten die Marke von 25.000 Punkten, die 200-Tage-Linie und das bisherige Oktober-Tief als wichtige Unterstützungen. Fällt der DAX darunter, dürfte der Druck auf Schwergewichte wie Siemens zunehmen.
Für Siemens selbst bleibt der Blick auf den 12. November gerichtet. An diesem Tag legt der Konzern seine Quartalszahlen vor. Charttechnisch orientierte Beobachter setzen darauf, dass sie der Aktie nach dem jüngsten Rückschlag neue Impulse geben.
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