Siemens lieferte am Mittwoch ein Quartalsergebnis, das auf den ersten Blick nach einem Erfolg aussah, auf den zweiten allerdings nicht. Umsatz verfehlt, Industriegewinn unter den Erwartungen, Margen unter Druck. Und trotzdem legte der Konzern gleichzeitig ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro auf den Tisch.
Zahlen, die nicht ganz passen
Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, also den drei Monaten bis Ende März, lagen die Erlöse bei 19,76 Milliarden Euro, praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten im Konsens mit 20,14 Milliarden Euro gerechnet. Der Industriegewinn fiel um 8 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro und verfehlte die Prognose von 3,046 Milliarden Euro. Siemens erklärt das mit einem Basiseffekt: Im Vorjahresquartal hatte der Konzern rund 300 Millionen Euro aus dem Verkauf des Kabelbaum-Geschäfts eingebucht, das drückt nun die Vergleichszahlen und die Margen.
Beim Nettogewinn sah es besser aus. Mit 2,24 Milliarden Euro wurde die Analystenerwartung von 2,13 Milliarden Euro übertroffen.
11 Prozent mehr Orders, das ist das eigentliche Signal
Was Siemens-Chef Roland Busch wohl am liebsten in den Vordergrund rücken würde: Die Auftragseingänge stiegen um 11 Prozent, deutlich stärker als erwartet. Fabrikautomation, Gebäudeinfrastruktur und Mobilität zogen allesamt kräftig an. Dazu verbessert sich laut Konzern das Umfeld in der Elektronik- und Halbleiterbranche, Rechenzentren und Versorger fragen verstärkt nach. Busch selbst sprach von einem „erfolgreichen zweiten Quartal trotz des geopolitischen Umfelds, das sehr anspruchsvoll bleibt.“
Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt über 1, der Konzern nimmt also mehr Aufträge herein als er ausliefert. Für einen Industriekonzern dieser Größenordnung ist das kein schlechtes Zeichen.
Siemens AG Aktie Chart
6 Milliarden Euro als Vertrauensbeweis
Gleichzeitig mit den Zahlen kündigte Siemens ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 6 Milliarden Euro an, verteilt auf maximal fünf Jahre. Das ist eine Ansage. Wer in einem „sehr anspruchsvollen“ geopolitischen Umfeld so viel Kapital in die eigenen Aktien steckt, der muss von seiner Cashgenerierung überzeugt sein, oder zumindest davon, dass der Markt das so interpretieren wird.
Die Jahresprognose bestätigte Siemens denn auch: vergleichbares Umsatzwachstum zwischen 6 und 8 Prozent, Book-to-Bill über 1 bis Ende September. Ob die Aktie das honoriert, ist eine andere Frage. Verfehlt ist verfehlt, egal wie gut die Auftragsbücher aussehen.
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