Siemens Aktie: 4,35 Prozent Minus trotz Rekordquartal

Siemens übertrifft mit Rekordzahlen die Erwartungen, hebt die Jahresprognose an, verzeichnet aber wegen des Führungsumbaus Kursverluste.

Auf einen Blick:
  • Rekordergebnis im Industriegeschäft
  • Prognose für Gewinn je Aktie angehoben
  • Kursrückgang trotz starker Zahlen
  • Führungsstruktur wird vereinfacht

Siemens hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 Bestwerte vorgelegt und die Gewinnprognose angehoben – trotzdem gab die Aktie am Donnerstag deutlich nach. Der Kurs verlor an jenem Tag 4,35 Prozent, obwohl die operativen Zahlen die Erwartungen übertrafen.

Anleger nahmen offenbar Gewinne mit und richteten den Blick stattdessen auf einen angekündigten Umbau der Führungsstruktur. Aktuell notiert die Aktie bei 280,45 Euro, nach einem Rückgang von 2,01 Prozent auf Wochensicht liegt sie noch 3,71 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro.

Rekordwerte im Industriellen Geschäft

Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal vergleichbar um 14 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro, die Umsatzerlöse wuchsen um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Besonders das Industrielle Geschäft stach heraus: Das Ergebnis kletterte um 25 Prozent auf einen Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro, die Marge erreichte 17,3 Prozent.

Auf Basis dieser Zahlen hob Siemens die Guidance für das laufende Geschäftsjahr an – das unverwässerte Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokation soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, nach zuvor 10,70 bis 11,10 Euro.

Parallel zu den Zahlen kündigte der Konzern im Rahmen des Programms „ONE Tech Company“ eine Vereinfachung der Führungsstruktur an. Hunderte Manager sollen ihre bisherigen C-Titel abgeben, um Hierarchien abzubauen.

Medienberichten zufolge richtete sich die Aufmerksamkeit der Anleger nach der Zahlenvorlage stärker auf diesen Umbau als auf die operative Stärke des Konzerns – ein möglicher Erklärungsansatz für den Kursrückgang trotz guter Geschäftsentwicklung.

Expansion in den USA und neue Kooperationen in Mexiko

Noch am Freitag legte Siemens mit einer weiteren strategischen Ankündigung nach: Der Konzern investiert mehr als 200 Millionen US-Dollar in den Ausbau seiner US-Fertigungskapazitäten für elektrische Infrastruktur. Geplant sind ein neues Werk in Pendergrass im Bundesstaat Georgia sowie eine Erweiterung des Standorts Grand Prairie in Texas.

Bereits Anfang August hatte die mexikanische Landestochter neue Kooperationen zur Modernisierung der Energieinfrastruktur und zur Implementierung industrieller KI bekanntgegeben. Beide Schritte unterstreichen, dass Siemens sein Wachstum auch geografisch breiter aufstellt, während der Kernmarkt Europa von der starken Industrienachfrage profitiert.

Ein weiterer Punkt mit Blick auf künftige Erträge betrifft die frühere Tochter Siemens Energy. Das Unternehmen meldete am heutigen Montag einen Rekord-Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro für das dritte Quartal.

In der Berichterstattung dazu wurde zugleich thematisiert, dass jährliche Lizenzgebühren von rund 300 Millionen Euro, die bislang an die Siemens AG fließen, künftig wegfallen sollen – ein Posten, den Anleger bei der Bewertung künftiger Konzernerträge im Blick behalten dürften.

Analysten sehen unterschiedliches Potenzial

Nach der Zahlenvorlage bestätigte JPMorgan am Freitag die Einstufung „Overweight“ für die Siemens-Aktie und taxierte das Kursziel auf 345 Euro – der höchste Wert im aktuellen Vergleichsfeld. Die Deutsche Bank blieb am Donnerstag deutlich vorsichtiger und bestätigte ein Kursziel von 270 Euro, knapp unter dem derzeitigen Kursniveau.

Weitere Häuser wie RBC Capital Markets, Bernstein Research und Morningstar siedelten ihre Kursziele beziehungsweise Fair-Value-Schätzungen zwischen 240 und 300 Euro an, wobei Morningstar ausdrücklich auf die bereits hohen Markterwartungen verwies.

Die Spanne der Einschätzungen zeigt, dass der Markt trotz der Rekordzahlen uneins ist, wie viel Bewertungsspielraum nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate noch bleibt – die Aktie liegt seit Jahresbeginn bereits deutlich im Plus und rund zwölf Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Die nächste Standortbestimmung liefert der Konzern am 12. November, wenn Siemens die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtgeschäftsjahr 2026 veröffentlicht.

Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 10. August liefert die Antwort:

Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)