Siemens hat in der zweiten Augustwoche seinen laufenden Aktienrückkauf weiter vorangetrieben. Wie aus einer Pflichtmitteilung über die Deutsche Börse hervorgeht, erwarb der Konzern zwischen dem 10. und 16. August 305.200 eigene Aktien. Das Programm läuft im Rahmen des im Mai angekündigten Rückkaufvolumens von bis zu 6 Milliarden Euro, das am 1. Juli gestartet war.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der die Aktie nach dem Erreichen ihres 52-Wochen-Hochs vor rund zwei Wochen wieder nachgegeben hat. Gestern schloss das Papier bei 275,45 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,0 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht mit einem Plus von 1,8 Prozent noch im positiven Bereich hält. Dass Siemens gerade jetzt Aktien einsammelt, signalisiert, dass der Konzern die jüngste Konsolidierung nicht als Anlass sieht, das Tempo des Rückkaufs zu drosseln.
Rekordauftragseingang als Fundament
Die Fortsetzung des Rückkaufprogramms steht im Kontext einer soliden operativen Entwicklung. Am vergangenen Donnerstag hatte Siemens Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt: Der Auftragseingang kletterte auf vergleichbarer Basis um 14 Prozent auf einen Rekordwert von 27,9 Milliarden Euro.
Der Umsatz wuchs um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro, der Gewinn im Industriegeschäft legte um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu, was einer Marge von 17,3 Prozent entspricht. Unter dem Strich verdiente der Konzern 2,6 Milliarden Euro, ein Plus von 15 Prozent, bei einem freien Cashflow von 4,1 Milliarden Euro.
Auf Basis dieser Zahlen hatte Siemens am vergangenen Dienstag seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, nach zuvor 10,70 bis 11,10 Euro.
Am Umsatzwachstumsziel von 6 bis 8 Prozent hält der Konzern fest, ebenso an einem Book-to-Bill-Verhältnis über 1. Besonders deutlich fiel die Anhebung bei Smart Infrastructure aus: Der Bereich soll nun mit 10 bis 11 Prozent statt zuvor 8 bis 10 Prozent wachsen, bei einer Marge von 18,5 bis 19,5 Prozent.
Wachstum auch durch Zukäufe
Neben dem organischen Wachstum treibt Siemens auch die externe Expansion voran. Die Sparte Siemens Mobility hatte im Mai die Übernahme mehrerer Kerngeschäfte der italienischen Bahntechnikfirma Mermec angekündigt.
Der Kaufpreis liegt laut Reuters bei rund 1,2 Milliarden Euro, der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2026 geplant. Siemens rechnet mit erheblichen Synergieeffekten und einer positiven Wirkung auf das Ergebnis je Aktie im zweiten Jahr nach Vollzug.
Die Kombination aus Rekordauftragseingang, angehobener Guidance und fortgesetztem Kapitalrückfluss über den Aktienrückkauf zeichnet das Bild eines Konzerns, der operative Stärke mit aktionärsfreundlicher Kapitalpolitik verbindet.
Die jüngste Kursschwäche seit dem Allzeithoch ändert daran wenig – mit einem Abstand von 41 Prozent zum 52-Wochen-Tief und einem Plus von 15 Prozent seit Jahresbeginn bleibt die Aktie in einem robusten mittelfristigen Aufwärtstrend.
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