Vier Jahre lang traf Shopify bei den Quartalsumsätzen mindestens die Erwartungen. Damit ist es jetzt vorbei: Im dritten Quartal verfehlte der E-Commerce-Konzern die Konsensschätzung knapp, und die Aktie gab im frühen Handel deutlich nach.
Knapp verfehlt, aber an den richtigen Stellen
Der Umsatz stieg um 32 Prozent auf 3,74 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 3,75 Milliarden gerechnet. Es ist das erste Mal seit dem zweiten Quartal 2022, dass Shopify die Umsatzerwartungen nicht erfüllt.
Schwächer fiel vor allem das Abonnementgeschäft aus, also die wiederkehrenden Einnahmen aus der Plattformnutzung. Der Abo-Umsatz lag mit 836 Millionen Dollar unter den erwarteten 848 Millionen, der Bruttogewinn dieser Sparte mit 661 Millionen Dollar rund 20 Millionen unter der Prognose. Das Geschäft mit Händlerlösungen übertraf dagegen die Schätzungen.
Auch das Bruttowarenvolumen blieb zurück: 119,15 Milliarden Dollar standen Erwartungen von etwa 120 Milliarden gegenüber. Beim bereinigten Gewinn je Aktie war Shopify besser als gedacht, 49 Cent statt der erwarteten 46 Cent.
Ausblick sorgt für zusätzlichen Druck
Für das vierte Quartal stellt das Management ein Umsatzwachstum im niedrigen dreißiger Prozentbereich in Aussicht. Die Analysten kalkulierten zuvor mit 32,1 Prozent. Marktbeobachter bezeichnen den Ausblick als durchwachsen, er bietet damit keinen Ausgleich für die Enttäuschung im Quartal.
Die Aktie verlor zeitweise bis zu 13 Prozent und fiel auf knapp 136 Dollar, das Niveau von Ende September. Zuletzt lag das Minus bei etwa 9 Prozent. Seit Jahresbeginn steht das Papier nun knapp 20 Prozent im Minus.
Hohe Erwartungen, lange Erfolgsgeschichte
Der Rückschlag trifft ein Papier, das im Oktober 2025 mit 182 Dollar sein Rekordhoch markierte und dieses Niveau nicht halten konnte. Auf Sicht von zehn Jahren steht trotzdem ein Plus von mehr als 3.400 Prozent. Der Börsenwert liegt bei rund 180 Milliarden Dollar.
Die Reaktion zeigt, wie eng die Bewertung an makellose Zahlen geknüpft ist. Eine Lücke von nur 10 Millionen Dollar beim Umsatz reicht aus, um zweistellige Abschläge auszulösen. Entscheidend ist nun das vierte Quartal: Erreicht Shopify dort mindestens das angepeilte Wachstum im niedrigen dreißiger Prozentbereich und stabilisiert das Abo-Geschäft, dürfte die Zahlenlücke als Ausrutscher gelten.
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