Farbe verkauft sich weiterhin gut – vor allem, wenn sie teurer wird. Sherwin-Williams hat am Dienstag mit Quartalszahlen überzeugt, die nicht nur die Erwartungen der Analysten übertrafen, sondern auch die eigene Jahresprognose nach oben schoben. Die Aktie sprang daraufhin um mehr als 6 Prozent nach oben und gehörte damit zu den Tagesgewinnern im Dow Jones.
Preiserhöhungen treiben das Wachstum
Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um 7,5 Prozent auf 6,79 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 9,5 Prozent auf 3,70 Dollar, der Nettogewinn legte um fast 12 Prozent auf knapp 844 Millionen Dollar zu. Unternehmenschefin Heidi Petz führte die Entwicklung auf Investitionen in Wachstum sowie den Fokus auf Neukunden und Marktanteile zurück – vor allem aber auf höhere Preise.
Für das Gesamtjahr rechnet der Farbenhersteller nun mit einem bereinigten Ergebnis zwischen 11,80 und 12,20 Dollar je Aktie, nach 11,43 Dollar im Vorjahr. Beide Werte liegen 30 Cent über der vorherigen Zielspanne. Beim Umsatz bleibt Sherwin-Williams bei einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich – auch für das dritte Quartal.
Goldman Sachs sieht weiteres Potenzial
Goldman Sachs bestätigte nach den Zahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 415 Dollar. Die Bank hob besonders die bereits angekündigte Preiserhöhung für September hervor, die die Margen weiter stützen soll – die Bruttomarge liegt aktuell bei robusten 49,04 Prozent. Nach Einschätzung der Analysten funktioniert das Preismodell von Sherwin-Williams auch in einem schwierigen Marktumfeld mit gedämpften Volumina zuverlässig.
Der Konzern kommt aktuell auf eine Marktkapitalisierung von rund 80,25 Milliarden Dollar bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 31,42. Vor den Zahlen hatte die Aktie im Jahresverlauf noch rund 13 Prozent verloren – der Kurssprung vom Dienstag macht davon nun einen guten Teil wett.
Für die kommenden Monate rückt vor allem die im September geplante Preiserhöhung in den Blick. Sie soll zeigen, ob sich die Preismacht des Unternehmens auch dann noch auszahlt, wenn die Nachfrage im Baugewerbe schwach bleibt.
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