Der französische Industriekonzern Schneider Electric SE strebt die vollständige Übernahme der Shelly Group SE an. Wie die Unternehmen heute bekanntgaben, beabsichtigt Schneider Electric über die mittelbare Tochtergesellschaft SE 2026 A SAS ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausstehenden Aktien abzugeben. Die Offerte beläuft sich auf 70,00 Euro je Aktie in bar.
An den Finanzmärkten sorgte die Ankündigung für deutliche Bewegung. Im heutigen Handel kletterte der Kurs der Shelly-Aktie um 3,5 Prozent auf 67,40 Euro, nachdem das Papier am gestrigen Mittwoch bei 65,10 Euro aus dem Handel gegangen war. Mit dem Barangebot wird der Spezialist für Smart-Home-Lösungen insgesamt mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet.
Gründer unterstützen den Zusammenschluss
Im Vorfeld der geplanten Übernahme haben die Parteien bereits ein verbindliches Investment Agreement unterzeichnet. Der Verwaltungsrat der Shelly Group SE bewertet das Vorhaben nach vorläufiger Prüfung als vorteilhaft für das Unternehmen, die Aktionäre und die Belegschaft.
Rückendeckung erhält der Vorstoß zudem aus dem Kreis der Hauptanteilseigner. Laut der Nachrichtenagentur Reuters unterstützen die beiden Gründer Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov die Transaktion. Beide halten gemeinsam rund 57 Prozent des Kapitals und wollen ihre Anteile andienen. Dennoch setzt der Bieter eine hohe Hürde: Das Übernahmeangebot soll unter anderem an eine Mindestannahmeschwelle von 95 Prozent gekoppelt werden.
Zeitplan und behördliche Genehmigungen
Trotz der erzielten Grundsatzeinigung besteht aktuell noch kein formal laufendes Angebot am Markt. Die Transaktion ist zu diesem Zeitpunkt weder bei der bulgarischen Finanzaufsicht FSC registriert noch offiziell veröffentlicht worden.
Schneider Electric rechnet damit, dass die bulgarische Aufsichtsbehörde die Angebotsunterlagen Ende November oder Anfang Dezember 2026 freigeben wird. Vorbehaltlich sämtlicher regulatorischer Genehmigungen und der Erfüllung aller Vollzugsbedingungen soll die vollständige Übernahme im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.
Abseits der Übernahmepläne baut das Unternehmen zudem sein Portfolio weiter aus: Erst vor wenigen Wochen hatte Shelly mit der Shelly Camera eine eigene Innenkamera für das hauseigene Gebäudeautomations-System vorgestellt.
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