Der Energiekonzern Shell richtet seinen Blick bei künftigen Projekten in Südamerika gezielt auf die Erdgasförderung. Konzernchef Wael Sawan erklärte heute, dass das Unternehmen seinen Wettbewerbsvorteil in Venezuela beim Gas und nicht beim Schweröl sieht.
Man werde weiterhin entsprechende Gelegenheiten im Land prüfen. Reuters zufolge hatte Venezuela im Juni fünf Abkommen mit dem Konzern unterzeichnet, darunter eine Beteiligung am Offshore-Gasfeld Loran, dessen Volumen auf 7 Billionen Kubikfuß geschätzt wird.
An der Börse notiert das Papier heute bei 42,52 Euro und verzeichnet damit ein Minus von 1,0 Prozent. Zuvor hatte der Titel ein neues 52-Wochen-Hoch von 43,25 Euro markiert.
Genehmigungsentscheidung in der Nordsee steht bevor
Parallel zu den Perspektiven in Südamerika richtet sich die Aufmerksamkeit auf die britische Nordsee. Dort betreibt Shell gemeinsam mit dem norwegischen Partner Equinor das Gemeinschaftsunternehmen Adura. Dessen weitere Entwicklung hängt maßgeblich von behördlichen Freigaben für zentrale Vorhaben ab.
Equinor-Chef Anders Opedal warnte davor, dass ein Scheitern der Genehmigungen für die Projekte Rosebank oder Jackdaw einen schweren Rückschlag für das Gemeinschaftsunternehmen bedeuten würde. Laut Reuters könnte die behördliche Entscheidung über Jackdaw allerdings bereits innerhalb weniger Tage fallen.
Das Umfeld am Rohstoffmarkt zeigte sich zuletzt unruhig. Am Vortag gerieten die internationalen Ölpreise unter Druck, nachdem die Exporte aus dem Nahen Osten zulegten und die G7-Staaten vereinbarten, 100 Millionen Barrel aus strategischen Notfallreserven freizugeben.
Die strategische Konzentration auf Gasprojekte knüpft an vorangegangene Weichenstellungen des Konzerns an. Vor gut einer Woche fiel die finale Investitionsentscheidung für Phase 2 von LNG Canada, durch die die Kapazität der Verflüssigungsanlage im kanadischen Kitimat auf 28 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppelt werden soll. Shell hält an dem Projekt einen Anteil von 40 Prozent.
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