Shell hat seinen Ausblick für das dritte Quartal aktualisiert, und ein Wert sticht heraus: Die indikative Raffineriemarge steigt auf 42 Dollar je Barrel, nach 24 Dollar im zweiten Quartal. Das Downstream-Geschäft liefert damit kräftigen Rückenwind. Die Zahlen zum Cashflow fallen dagegen deutlich durchwachsener aus.
Raffinerien profitieren, Chemie schwächelt
Die Margenausweitung fällt in eine Phase knapper Lagerbestände bei Öl und Diesel. Marktteilnehmer verweisen auf die Unsicherheit rund um die Straße von Hormuz, hinzu kommen Schäden an russischen Raffinerien. Beides stützt die Verarbeitungsmargen.
Die Auslastung der Raffinerien dürfte dennoch sinken. Shell erwartet 93 bis 97 Prozent nach 102 Prozent im Vorquartal. Als Grund nennt der Konzern niedrige Rheinpegel, die den Betrieb der Raffinerie Rheinland beeinträchtigen.
Die Chemiemarge gibt nach: Sie fällt von 270 auf 208 Dollar je Tonne. Das Marketing-Geschäft soll beim bereinigten Ergebnis ebenfalls unter dem zweiten Quartal liegen.
ARC-Übernahme treibt die Förderung
Die Produktion im Segment Integrated Gas springt auf 740 bis 780 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag, nach 631 im zweiten Quartal. Der Grund ist die Übernahme von ARC Resources, die am 2. September abgeschlossen wurde. Die frühere Prognose hatte diese Mengen noch nicht enthalten. Das Upstream-Geschäft fördert voraussichtlich 1.735 bis 1.835 Tausend Barrel pro Tag.
Der Zukauf belastet allerdings die Bilanz. Shell erwartet einen Anstieg der Nettoverschuldung durch die Barzahlung und die übernommenen Schulden. Auch höhere variable Bestandteile langfristiger Schifffahrtsleasings wirken sich aus.
Cashflow unter Druck
Beim operativen Cashflow rechnet der Konzern mit einem Abfluss von rund 2,5 Milliarden Dollar für CO2-Zertifikate nach dem deutschen Brennstoffemissionshandelsgesetz. Diese Zahlungen fallen historisch im vierten Quartal an und kommen dieses Jahr früher. Das Working Capital soll zwischen minus 4 und plus 1 Milliarde Dollar liegen, nach einem Zufluss von 3,4 Milliarden im zweiten Quartal.
Ferner rechnet Shell mit Abschreibungen auf Biogas-Anlagen im Marketing, die weitgehend durch eine Wertaufholung im Gasgeschäft ausgeglichen werden. Beide Posten laufen als Sondereffekte. Die Explorationsabschreibungen sollen bei rund 0,3 Milliarden Dollar liegen.
Die vollständigen Zahlen legt Shell am 29. Oktober vor. Der unternehmenseigene Analystenkonsens von Vara Research erscheint bereits am 21. Oktober und liefert den ersten Maßstab dafür, wie der Markt die Margenstärke gegen die Cashflow-Belastung gewichtet.
Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 07. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
