Eskalation im Nahen Osten und die Blockade wichtiger Handelsrouten versetzen die Märkte in Aufruhr. Während viele Sektoren unter der Unsicherheit leiden, schießt der Ölpreis in die Höhe und zieht Energieaktien mit sich. Der britische Konzern Shell gehört zu den direkten Gewinnern dieser Entwicklung und notiert auf einem neuen Hoch.
Angst vor dem Versorgungsengpass
Auslöser der dynamischen Marktbewegung sind Berichte über militärische Auseinandersetzungen unter Beteiligung der USA, Israels und des Irans. Diese Konflikte haben den Tankerverkehr in der Straße von Hormus massiv beeinträchtigt. Da rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung dieses maritime Nadelöhr passieren müssen, reagierten die Rohstoffmärkte prompt auf die drohende Verknappung.
Die Preise für Rohöl zogen massiv an. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze um bis zu 10 Prozent auf 82 US-Dollar je Barrel, während die US-Sorte WTI über die Marke von 72 US-Dollar kletterte. Marktbeobachter fürchten nun eine langanhaltende Störung der Lieferketten, was den Preisdruck weiter erhöhen dürfte.
Shell Plc Aktie Chart
Analysten heben den Daumen
In diesem Umfeld flüchten Anleger in Substanzwerte aus dem Energiesektor. Die Shell-Aktie reagierte mit einem Kursanstieg von 2,84 Prozent auf 36,22 Euro und erreichte damit am heutigen Montag ein neues 52-Wochen-Hoch.
Rückenwind erhält der Konzern zusätzlich von der Analystenseite. Die Experten von JPMorgan sprachen am Montag eine Empfehlung für europäische Öl-Multis aus. Ihre Rechnung ist simpel: Ein Anstieg des Brent-Ölpreises um 10 US-Dollar könnte die Free-Cash-Flow-Rendite der großen Energiekonzerne um etwa zwei Prozentpunkte steigern. Shell ist durch seine starke Positionierung im LNG-Geschäft und der Ölförderung prädestiniert, diese Windfall-Profite zu vereinnahmen.
Die weitere Kursentwicklung ist nun eng an die geopolitische Lage gekoppelt. Sollten die Störungen in der Straße von Hormus anhalten, halten Marktstrategen einen Ölpreis von 100 US-Dollar oder mehr für realistisch – ein Szenario, das die Margen von Shell weiter in die Höhe treiben würde.
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