Shell-Aktie: Panik liegt in der Luft!

Australiens Regierung prüft eine zusätzliche Abgabe auf Flüssiggas-Exporte, während die betroffenen Konzerne vor Investitionshemmnissen warnen. Die Debatte um höhere Staatseinnahmen spitzt sich zu.

Auf einen Blick:
  • Australien erwägt Abgabe von über 25 Prozent
  • Shell und Chevron warnen vor Investitionsrückgang
  • Hintergrund ist globaler Preisanstieg für Gas
  • Debatte um staatliche Eingriffe in Energiemarkt

Auch in Australien wird derzeit eine Übergewinnsteuer für die großen Ölkonzerne erwogen. Anders als in Europa geht es hier aber vor allem um die Exporte, von denen der Staat mehr profitieren will. Doch nun läuft die Branche erwartungsgemäß Sturm, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

Shell-Aktie: Canberra prüft Übergewinnsteuer auf LNG-Exporte

Demnach haben Australiens große Gasproduzenten – darunter Shell, Chevron und Santos –die Regierung eindringlich davor gewarnt, eine Windfall‑Tax (Übergewinnsteuer) auf LNG‑Exporte einzuführen. Hintergrund ist der massive Preisanstieg am globalen Gasmarkt, nachdem der Iran‑Krieg die Produktion in Katar zum Erliegen gebracht hat. Australien ist dadurch kurzfristig zum zweitgrößten LNG‑Lieferanten der Welt aufgestiegen, und die Exporterlöse steigen entsprechend deutlich

Die Regierung in Canberra prüft nun, wie sie von diesen außerordentlichen Gewinnen profitieren kann. Premierminister Anthony Albanese hat das Finanzministerium beauftragt, Modelle für eine zusätzliche Abgabe auf LNG‑Exporte sowie Reformen der bestehenden Petroleum Resources Rent Tax (PRRT) zu entwickeln. Diskutiert wird eine Abgabe von über 25 %.

Shell-Aktie: Konzerne sehen Investitionsstandort Australien in Gefahr

Die Industrie hält das für gefährlich. Shell‑Australien‑Chefin Cecile Wake warnte auf einer Branchenkonferenz vor „kurzfristigen politischen Reflexen“, die Investitionen ausbremsen und Australiens Rolle als verlässlicher Energielieferant beschädigen könnten. Sie argumentiert, dass hohe Preise bereits über Unternehmenssteuern und PRRT‑Zahlungen in den Staatshaushalt fließen.

Auch Chevron bezeichnete die geplante Steuer laut Reiters als „Kurzschlussreaktion“, die das Gegenteil dessen bewirke, was Australien brauche: mehr Investitionen, mehr Förderung, mehr Versorgungssicherheit. Santos‑CEO Kevin Gallagher widersprach zudem der verbreiteten Kritik, LNG‑Exporte würden dem Land Geld entziehen. Jeder Tanker, der den Hafen von Gladstone verlasse, bringe rund 4,5 Millionen AUD an Royalties ein.

Die Debatte fällt in eine Phase, in der Australien ohnehin über stärkere Eingriffe in den Gasmarkt diskutiert. Bereits Ende 2025 hatte Canberra eine Überprüfung gestartet, die vorsieht, künftig 15 bis 25 % der Exporte aus Queensland und dem Northern Territory für den heimischen Markt zu reservieren. Eine detaillierte Ausgestaltung wird noch in diesem Jahr erwartet.

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